Wurzelpalaver oder: wie Pflanzen kommunizieren

13.06.17 Wurzelpalaver oder: wie Pflanzen kommunizieren

Der Volksmund sagt: "Wer gut verwurzelt ist, den wirft so schnell nichts um." Das gilt für Pflanzen ebenso wie für Menschen.

Wurzelpalaver oder: wie Pflanzen kommunizieren

Sie sind die wichtigsten Aufnahmeorgane für Nahrung und Wachstumsprozesse „Wer gut verwurzelt ist, den wirft so schnell nichts um“, sagt der Volksmund. Das gilt für vielerlei Situationen für alles Lebendige von der Pflanze bis hin zum Menschen. Daneben sollte man auch flexibel auf besondere Umstände reagieren können. Gegensätze wie Standfestigkeit und Flexibilität ins Alltagsleben einzubinden, ohne sich gegeneinander auf den Füssen zu stehen,  zeigt uns – wie immer –  ein Blick auf die weise agierende Managerin Natur. Sie bringt beides scheinbar locker unter einen Hut. Moderne Begriffe wie Kommunikation und Vernetzung sind für sie lebensnotwendig– seit Jahrtausenden.

Verankerung

Lange galten Wurzeln nur als wichtiges Verankerungskonzept einer Pflanze Tiefwurzler wie Rosen oder Disteln brechen verdichtete, lehmige Böden auf. Felsen bewohnende Lebenskünstler senken ihre Wurzeln  viele Meter in Gesteinsspalten ab, um überleben zu können. Dabei lösen sie wertvolle Mineralien aus dem Gestein, die z. B. für uns beste Medizin sind (Milzfarnwurzeln). Flachwurzler kommen mit geringer Erdauflage aus und krallen sich am Gestein fest. Kaum zu glauben, dass  gut verwurzelte Baumstämme einer Sturmeskraft bis zu 200 Tonnen Gewicht widerstehen können. Altes Wissen, dass Wurzeln noch viele andere Aufgaben erfüllen, wurde durch die Wissenschaft bestätigt. Geht es einem Baum im Wald nicht gut, versorgen benachbarte Artgenossen oft über Bodenpilzgeflechte ein geschwächtes Exemplar mit Nährstoffen. Diese Pilze verbinden in inniger Symbiose mit den Baumwurzeln eine Fläche bis zu 600 Hektar Land. Das Phänomen der Wurzelverwachsungen zwischen Bäumen gleicher Art sieht man manchmal an ausgewaschenen Böschungen: Ein direkter Draht zueinander. So können sie sich in Notsituationen gegenseitig helfen, denn gemeinsam geht es wie bei menschlichen Gemeinschaften eben besser.

Was Wurzeln noch bewirken

Geraten Pflanzen  durch einen Befall von Schaderregern in Schwierigkeiten, signalisieren sie mit Duftstoffen über die Blätter ihre Nachbarn. So informiert entwickeln umstehende Exemplare in ihren Wurzeln Bitter- oder Giftstoffe, ganz spezifisch abgestimmt auf den Angreifer. Diese nun ungeniessbaren Substanzen werden über den Saftstrom in die Blätter geleitet, bevor sich der Befall weiter ausdehnen kann. Ausserdem produzieren die in Not geratenen Pflanzen passende Lockstoffe für Nützlinge, die angreifende Schädlinge erfolgreich dezimieren.

In einem Laborversuch wurden Getreidesämlinge elektronischen Signalen ausgesetzt. Bei Frequenzen von  220 Hertz sendeten die Wurzelspitzen ein leises Knacken in ihre Umgebung aus, worauf nicht angeschlossene Keimlinge sofort aufmerksam ihre Wurzelspitzen  zu den beschallten Keimlingen ausrichteten. Welche Botschaft wurde da vermittelt? Ist das ein Indiz,  dass auch zarte Pflanzen wie Gräser „hören“ können, was ihnen ihre Geschwister zuflüstern? Es wird vermutet, dass alle Pflanzenarten Nachrichten weitergeben und sich ihre Sorgen mitteilen. Die Wissenschaft hat ein spannendes Forschungsfeld entdeckt.

Kulturpflanzen sind taubstumm geworden

Durch moderne Züchtungsmethoden sind die Fähigkeiten der Pflanzen, sich untereinander mitzuteilen, weitgehend verloren gegangen. Sie sind eine leichte Beute für „Räuber“. Durch die intensive  und schnell wechselnde Beetbewirtschaftung fehlt die Zeit für den Aufbau eines Kommunikationssystems. Hinzu kommt, dass das Bodenleben in Monokulturen massiv gestört ist und daher eine ganze Armee künstlicher Hilfsmittel eingesetzt werden müssen. Der Förster Peter Wohlleben schreibt: „Vielleicht könnten sich Züchter künftig ein wenig von den Wäldern abschauen und damit wieder mehr Wildheit und „Geschwätzigkeit“ in Getreide und Kartoffeln einkreuzen.“  Mit dem Wissen über die Vernetzung zwischen Pflanzen wären wir wieder bei dem Thema, alte Gemüsesorten aus reinerbigen Eltern und züchterisch gezielten Ausleseverfahren zu bevorzugen.

Der Garten – eine Kunstlandschaft

Im Verhältnis zum Wald ist der Hausgarten ein kleines Ökosystem. Pflanzen werden  trotz gegenseitiger  unverträglicher Wurzelausscheidungen oft zu einem Nebeneinander gezwungen. Abhilfe: Mischkulturen mildern diese speziellen Ansprüche der Pflanzen durch vielseitige Gemüsenachbarschaften. Die Symbiose zwischen Pilzgeflechten und Wurzelnetzwerken wird mit EM unterstützt. Die Mikrobenmixtur baut das gestörte elektronische Feld für die Wurzelkommunikation innert kurzer Zeit neu auf. Und was könnten wir aus diesen ineinander greifenden Mechanismen der Natur für uns Menschen in unseren Alltag übernehmen? In den Wald oder Garten gehen, lauschen, sinnieren und versuchen, diese spannenden Abläufe der Natur bewusst in unser Leben auf moderne Art zu übersetzen?

 

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