Lukas Hader im Gespräch

31.10.17 Lukas Hader im Gespräch

„Es kommt nicht nur darauf an, was man tut, sondern wie man es tut.“ Mit diesem Grundsatz ist Lukas Hader in das Familienunternehmen Multikraft sprichwörtlich hineingewachsen. Seit 2010 ist er Geschäftsführer in zweiter Generation. Im Gespräch erzählt er unter anderem davon, worauf er großen Wert legt, wie wichtig gute Mitarbeiter sind und worin er die Hauptaufgaben von Multikraft sieht.

Chemiereduziert, rückstandsfrei & wirtschaftlich

Seit 2010 ist Lukas Hader Geschäftsführer zweiter Generation. In das Familienunternehmen Multikraft ist er sprichwörtlich hineingewachsen. Er hat bereits während der Schulzeit im Betrieb mitgearbeitet und nach dem Abschluss viele Erfahrungen bei Unternehmen unter anderem in Neuseeland, Japan und Indien gesammelt. Lukas Hader sieht die Dinge pragmatisch. Und mit Weitblick. Worauf es ihm bei Multikraft ankommt, erzählt Lukas Hader im Gespräch.

Um weitblickend zu denken und zu handeln, braucht man ein gutes Fundament und einen breiten Horizont. Ein Denken in engen Bahnen ist dem Weitblick hinderlich. Wie förderst du deinen Weitblick?

Kocht man zu sehr im eigenen Saft, wird man schnell betriebsblind. Ich versuche deshalb, mich immer wieder mal vom Tagesgeschäft zurückzuziehen und zu schauen, wo wir mit Multikraft vor ein, zwei Jahren gestanden sind. Gut ist es auch, gemeinsam mit der Belegschaft zurückzublicken und zu sehen, was wir im letzten Jahr erreicht haben. Dadurch bekommt man gemeinsam ein Gefühl für das Erreichte, was im Tagesgeschäft viel zu oft untergeht.

Für die Vorausschau ist es mir wichtig, immer wieder bei den Kunden zu sein und von ihnen zu erfahren, was wir als Unternehmen gut machen und was wir noch verbessern können. Die Feldtage, unsere Veranstaltungen oder auch unsere Besuche in Betrieben fördern den Austausch. Und natürlich sind auch unsere Händlerbetreuer und Partner vor Ort wichtige Ansprechpartner.

 

Das heißt, Gespräche bedeuten dir viel, um einen frischen Blick auf Multikraft zu haben?

Ja, der Austausch ist mir sehr wichtig. Genauso wichtig sind mir aber auch die Rückmeldungen aus der Service-Hotline und das Management von Reklamationen. Dadurch erfahren wir sehr viel darüber, was unsere Kunden bewegt. Anhand dieser Informationen können wir unsere Arbeit verbessern.

Einen frischen Blick bekomme ich auch durch Freunde, die selbst in leitenden Funktionen oder als Eigentümer tätig sind. Auch wenn sie aus anderen Branchen kommen, bringen Gespräche mit ihnen wertvolle Inputs. Dabei sehen wir, was gut funktioniert und was weniger. Das bringt mich weiter.

 

Dinge auszuprobieren erweitert ja auch den Horizont. In der Geschäftswelt ist das mit einem gewissen Risiko verbunden. Wie stehst du dazu?

Multikraft propagiert andere Lösungsansätze als dies in der Landwirtschaft derzeit üblich ist und gemeinsam mit unseren Kunden und Händlern probieren wir auch viel aus. Natürlich ist das manchmal mit einem gewissen Risiko verbunden, wobei das auch eine Frage der Perspektive ist. Manches funktioniert vielleicht nicht auf Anhieb, ist aber eine gute Erfahrung. Aber auch das Scheitern zu akzeptieren, daraus zu lernen und nach vorne zu schauen, ist wichtig. Das betrifft die Arbeit mit Effektiven Mikroorganismen genauso wie firmeninterne Entscheidungen. Es kommt darauf an, die Erfahrungen mitzunehmen, damit weiter zu arbeiten und neue Lösungen zu finden. Nach diesem Grundsatz handeln alle unsere Mitarbeiter, egal ob es dabei um Abläufe oder neue EM-Anwendungsgebiete geht. Wir probieren Dinge neu. Das heißt aber auch, Geld zu investieren.

Wir stellen zum Beispiel Produkte kostenlos zur Verfügung, wenn ein Kunde ein neues Anwendungsgebiet für Effektive Mikroorganismen erschließen will und wir uns denken, ja, das könnte funktionieren. Der Kunde führt die Anwendungen dann mit unseren Betreuern vor Ort durch. Wenn es klappt, freuen wir uns. Wenn nicht, probieren wir es anders. Oder wir akzeptieren, dass die Grenzen unserer Produkte erreicht sind und es für ein bestimmtes Vorhaben nicht geeignet sind. Diese Haltung braucht es meiner Meinung nach auch, um als Unternehmen glaubwürdig zu sein.

 

Es kommt nicht nur darauf an, was man tut, sondern wie man es tut. Das ist ein schon lange bestehender Grundsatz von Multikraft. Warum ist er nach wie vor gültig?

Meine Schwester Katharina und ich sind mit diesem Grundsatz aufgewachsen und ich möchte ihn auf alle Fälle beibehalten. Meine Eltern haben schon in den 80er Jahren ökologische Futtermittel entwickelt und verkauft, damals hat es noch nicht einmal Biosiegel gegeben. Meine Eltern haben das Unternehmen mit einer grundehrlichen Haltung aufgebaut. Das fängt damit an, wie wir intern agieren oder welche Rohstoffe wir verwenden und reicht bis zu unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden, wo wir stets um ein faires Miteinander bemüht sind.

Heute ist Ökologie ein Trend, mir ist es jedoch wichtig, diesbezüglich nicht nur Lippenbekenntnisse zu machen, sondern tatsächlich nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu handeln. Im Grunde ist es doch so, dass wir Menschen uns selbst all dem aussetzen, was wir in unsere Umwelt ausbringen. Von daher ist mir nachhaltige, aber auch ehrliche Arbeit wichtig, unabhängig davon, ob es sich zum Beispiel um Biobauern oder um konventionelle Bauern handelt, die auf ihre Böden und damit unser aller Zukunft achten. Multikraft hat in den Bereichen Landwirtschaft und Gartenbau viele Kunden, die chemiereduziert und naturnahe arbeiten ohne biozertifiziert zu sein. Bio ist zwar der beste Weg, aber nicht immer für jeden einzelnen Standort und Betrieb kurzfristig durchführbar.

Das Schöne ist, das jedes unserer Produkte auch deshalb funktioniert, weil die Leute uns vertrauen und bei regelmäßiger Anwendung bemerken, dass sie gute Ernten einfahren und gleichzeitig chemische Betriebsmittel einsparen können. Und auch wenn wir von Multikraft es nicht immer jedem recht machen können, können wir uns jeden Tag in den Spiegel schauen, weil wir seit vielen Jahren aufrichtig und ehrlich arbeiten.

 

Ein Zitat sagt, wer Weitblick hat, weiß die Dinge zu lenken. Wie lenkst du das Unternehmen Multikraft?

Wir könnten hundert Baustellen gleichzeitig bearbeiten, konzentrieren uns aber auf einige Kernbereiche. Dabei hinterfrage ich Dinge gerne. Wie können unsere Anwendungen noch optimaler werden? Wie können wir unsere Kunden noch besser betreuen? Für die verschiedenen Bereiche - sei es Prozesse, Qualitätsmanagement oder Kundenservice - habe ich im Betrieb sehr gute Diskussionspartner, mit denen ich mich zusammenrede. Das ist zwar manchmal eine extra Anstrengung, dafür sind aber auch alle happy, wenn wir zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen.

Blickt man auf Multikraft, ist zu sehen, dass es seine ökologische Ausrichtung wahrt und dabei stetig wächst, sowohl was die EM-Produktpalette anbelangt als auch die Zahl der Mitarbeiter und Kooperationen. Was ist wichtig, um in der Spur zu bleiben?

Ich denke immer zwei bis drei Jahre voraus, wie sich Dinge im Unternehmen entwickeln könnten. Das funktioniert allerdings nur mit guten Mitarbeitern, ohne sie wären wir nicht so weit gekommen. Als ich 2010 mit der Geschäftsführung begonnen habe, waren an die zwanzig Mitarbeiter beschäftigt und ich konnte in dieser Phase viel alleine steuern. Heute beschäftigt Multikraft über fünfzig Mitarbeiter. Folglich muss ich mehr und mehr Aufgaben abgeben, um den Überblick zu wahren. Ich[BSte1]  schätze es sehr, dass ich mit Menschen zusammenarbeite, die in ihrem Bereich viel kompetenter sind, als ich es je sein könnte. Ich sehe mich als Diskussionspartner, treffe Entscheidungen und die Mitarbeiter machen sie möglich und bringen ihre Bereiche eigenständig weiter.

Starkes Wachstum ist zwar natürlich positiv, aber auch nicht immer einfach. Da kann es schon mal passieren, dass wir Kunden vertrösten müssen, weil die Saison gerade so anzieht. Wir versuchen aber, aus solchen Fehlern zu lernen und uns zu verbessern, damit sie uns nur einmal passieren. Jeder einzelne Mitarbeiter ist dabei wichtig, vom Verkauf, über die Beratung bis hin zu den Mitarbeitern an der Abfüllmaschine oder in der Spedition. Bei Kundenveranstaltungen bekommen wir oft an die 98 % positives Feedback. Das heißt, dass wir alle miteinander etwas ziemlich gut und richtig machen.

 

Worauf legst du als Geschäftsführer großen Wert?

Im Sinne unseres Leitspruches, dass es nicht nur darauf ankommt, was man tut, sondern wie man es tut, möchte ich natürlich selbst Vorbildwirkung haben. Also lebe ich zum Beispiel vor, dass Pausen zum Arbeitsleben dazu gehören. Durch Pausen kann man abschalten, sich erholen und im Kopf frisch bleiben. Ich bin kein Workaholic, der Tag und Nacht alles niederreißt. Das ist vielleicht für gewisse Zeiten notwendig, soll aber nicht die Regel sein.

Das Wichtigste sind gute Mitarbeiter, mit denen man grundsätzlich auf einer Linie ist, denen also die ökologische Ausrichtung, die Arbeit für unsere Umwelt und unser Klima wichtig sind. Diese Philosophie trägt jeder unserer Mitarbeiter im Großen wie im Kleinen mit.

Wenn wir mit EM neue Gebiete erschließen, probieren wir nichts unter einem Zeitraum von drei Jahren aus. Wir arbeiten mit der Natur und wissen, dass natürliche Systeme oft länger brauchen, um sich umzustellen. Für uns ist es dann eine tolle Bestätigung, langjährige Partner zu haben, die mit regelmäßigen EM-Anwendungen erfolgreich sind. Von Hausfrauen bis zu Gartenmarktketten, vom kleinen Bioladen bis zu großen Firmen mit mehreren Filialen - alle Anwender schätzen EM als etwas Besonderes. Mir ist dabei wichtig, dass wir zwischen kleinsten und größten Kunden wenig Unterschied machen und in der Beratung und Betreuung alle gleich gut behandeln.

 

Multikraft hat die Anwendungsbereiche der EM-Technologie über die Jahre ausgedehnt. Die Produktpalette reicht von der Landwirtschaft hin zum Gartenbau, über Haushalt und Reinigung, bis hin zur Naturkosmetik und zum Nahrungsergänzungsmittel Manju. Mehr und mehr Menschen greifen zu ökologischen Produkten. Welche Hauptaufgaben siehst du momentan für Multikraft?

Der Gartenbaubereich und die Landwirtschaft haben noch großes Potential in sich. Mitteleuropa hat strenge Rückstandsgesetze und so kommt es vor, dass Bauern und Gärtner ihre Ernten wegschmeißen müssen, weil zum Beispiel zu viele Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden werden. Durch Importe kommt es außerdem zu einer extremen Marktverzerrung und die heimischen Betriebe geraten enorm unter Druck. Wir geben diesen Betrieben Produkte in die Hand, mit denen sie chemiereduziert beziehungsweise rückstandsfrei und zugleich wirtschaftlich arbeiten können. Hier geht es um die Existenz der Betriebe. Ich sehe es momentan als eine unserer Hauptaufgaben, mit der EM-Technologie einen Beitrag zum Erhalt von Bauern und Gärtnern zu leisten. Dank EM muss Ihre Wirtschaftsweise trotz einer Vielzahl an gesetzlichen Regelungen nicht teurer werden, sie können weiterhin wettbewerbsfähig bleiben und in den jeweiligen Ländern den lokalen Markt versorgen – auch hier stünde sonst ein weiteres „Bauernsterben“ von kleinen und mittleren Betrieben bevor.

 

Bei der Arbeit mit der EM-Technologie ist weitblickendes Denken gefragt. Anstelle davon Krankheiten und Schädlinge mit Chemie zu bekämpfen, geht es um vorausschauendes Handeln. Worauf ist dabei zu achten?

Wir versprechen keine sofortigen Lösungen, weil es in der Natur solche Patentrezepte nicht gibt. Funktioniert eine Anwendung bei der Umstellung auf unsere Technologie nicht gleich auf Anhieb, dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Wichtig ist die regelmäßige und konsequente Anwendung. Die Natur, speziell die Böden brauchen einfach Zeit, um ein gesundes Milieu aufzubauen. In unserer schnelllebigen Zeit ist es für EM-Berater oftmals schwierig, diese Haltung zu kommunizieren. Hat man allerdings die anfängliche Durststrecke überstanden und neue Anwender machen nach ein bis drei Jahren positive Erfahrungen mit EM, dann sind sie auch langfristig davon überzeugt. Das zeigen auch immer wieder die Erfolgsstories, von denen uns Anwender berichten. Sie fahren mit widerstandsfähigeren Pflanzen gute Ernten ein, sehen gesunde Böden, haben vitale Tiere im Stall oder sparen Chemie ein. Diese Veränderungen machen sich in den Betrieben bemerkbar und dadurch entsteht für uns eine unersetzbare Kundenbindung.

 

Weitblick hat auch etwas damit zu tun, die Welt für die nächsten Generationen zu gestalten. Worin siehst du diesbezüglich einen Beitrag von Multikraft?

Ich komme wieder auf unseren Grundsatz zurück: Es kommt nicht nur darauf an was man tut, sondern wie man es tut. Das ist unser tägliches Geschäft. Die EM-Technologie ist für die Umwelt sinnvoll und wir bieten unseren Kunden damit langfristige Lösungen an. Das ist unser kleiner Beitrag für die nächsten Generationen.

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