KräuterGut Nürnberg integriert Multikraft-System

08.02.18 KräuterGut Nürnberg integriert Multikraft-System

Preisgekrönte Bioproduktion von Topfkräutern in ganz großem Stil. Familientradition und europaweit erstes doppelstöckiges Gewächshaus. Arbeit zum Wohle von Mensch und Natur. Das zeichnet das KräuterGut Nürnberg aus. Dabei bewährt sich das Multikraft-System im modernen Produktionsbetrieb bestens.

Basilikum, Lavendel, Lorbeer, Minze, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop. Im Bioland KräuterGut in Kratshof bei Nürnberg grünt und duftet es. Wohin das Auge schaut, reihen sich Topfkräuter aneinander und Betriebsleiterin Tanja Dworschak genießt diesen Blick. Tanja Dworschak flitzt noch einmal in die Gärtnerei hinaus, kommt ins Büro zurück und erzählt dann im Gespräch voller Energie und Humor, wie sie das vielfach mit Preisen ausgezeichnete KräuterGut leitet. Es zeigt sich: Familientradition, biologischer Anbau und modernste Produktionsmethoden gehen hier schön Hand in Hand.

Sortenreiche Vielfalt

Zusammen mit ihrem Team produziert Tanja Dworschak ganzjährig rund 250 Wild-, Heil- und Gewürzkräuter. Die Kulturtische beherbergen Topfkräuter verschiedenster Sorten. Allein an die dreißig Sorten Basilikum und rund zwanzig Minzesorten sind im Programm. Neugierige Nasen erfreuen sich unter anderem an englischer, marokkanischer oder tunesischer Minze, Thai-, Schoko- oder Erdbeerminze. Die Küchenklassiker Basilikum, Schnittlauch und Petersilie gehen vor allem an die Großabnehmer. Neue Besonderheiten wie BioPowerGräser für außergewöhnliche Smoothies bringen frische Abwechslung ins Sortiment. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ebenso wie die Vielfalt des Sortiments sind auch die Zahlen ganz schön beeindruckend. Rund 5 Millionen Kräutertöpfe gelangen pro Jahr in den Verkauf. Ihre ökologische Produktion erfolgt auf 13.000 Quadratmetern Produktionsfläche im Gewächshaus, in einem 14.000 Quadratmeter großen Kalthaus und auf rund 2,5 Hektar Freiland. Zu den Abnehmern zählen Großkunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Endverbraucher nutzen den Ab-Hof-Verkauf und vor allem auch den Internetversand.

 

Tanja Dworschak im Gespräch

Frau Dworschak, Ihren Familienbetrieb gibt es bereits seit 1928 und Sie führen ihn in fünfter Generation. Ihr Großvater hatte viel Pioniergeist, indem er 1988 seinen Fokus auf die Produktion von Topfkräutern legte. Der wirtschaftliche Durchbruch gelang einige Jahre später mit der Umstellung auf die biologische Produktionsweise. Seit 1994 produzieren Sie ausschließlich nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Die Spezialisierung auf reine Kräuterproduktion erfolgte Anfang der 90er Jahre. Wie gehen Sie an solche Entscheidungen heran?

Wir haben Anfang der 90er auch mit Basilikum angefangen, als es hierzulande noch total exotisch war und wirklich kein Mensch kannte. Schnittlauch und Petersilie waren ja zu der Zeit eine klare Sache. Wir probieren Ideen aus und wenn sie in der Umsetzung gut klappen, ist das super. Die biologische Produktion haben wir erst einmal für ein Jahr lang nur probiert, bevor wir uns zertifizieren ließen. Das war jedenfalls eine sehr gute Entscheidung.

Wie sind Sie selbst in den Betrieb hinein gewachsen?

Dadurch, dass ich im Familienbetrieb von klein auf mit dabei war, war für mich sehr früh klar, dass ich Gärtnerin werde. Ein großer Jugendtraum waren große LKWs und glänzende Trucks. Die haben mir so gefallen und deshalb wollte ich eine Zeit lang auch LKW-Fahrerin werden. In der Gärtnerei gibt es für mich jetzt also beides: die Arbeit mit den Pflanzen und die großen LKWs, die vorfahren und unsere Kräutertöpfe zur Auslieferung abholen.

Wie war Ihr Weg zur Betriebsleiterin?

Ich leite den Betrieb seit bald zwanzig Jahren. Als Jugendliche habe ich die Ausbildung zur Gärtnerin gemacht und war mit sechzehn schon in der Gesellschaft unseres Familienbetriebes als Mitglied tätig. Ich bin auch staatlich geprüfte Wirtschafterin und habe über die Jahre den Betrieb mit meiner Familie weiter aufgebaut. Der Beruf der Gärtnerin ist so vielfältig, die Arbeit macht mir einfach großen Spaß.

Heute betreiben Sie mit Ihrem Team den Anbau von Kräutern in ganz großem Stil. Ein Sprichwort sagt: "Auf das, worauf man den Fokus legt, das wächst." Worauf legen Sie den Fokus in Ihrer Arbeit und was ist damit Ihr Schlüssel zum Betriebserfolg?

Uns geht es darum, zum Wohle von Mensch und Natur zu arbeiten. Das ist unser Leitspruch und begründet damit auch unsere biologische Ausrichtung. Bei der Arbeit mit unseren vielen verschiedenen Kräutern legen wir den Fokus darauf, dass sie sowohl den Menschen als auch der Natur zu Gute kommt.

Deshalb ist es mir auch ganz wichtig, dass das Miteinander im Team einfach gut passt. Zwanzig Prozent unserer Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung, die bei uns im Betrieb ihrer Arbeit nachgehen. Zu uns kommen immer wieder auch Praktikanten, die wir betreuen. Es bedeutet mir viel, dass wir das Miteinander leben und nicht nur davon sprechen. Mir liegt es sehr am Herzen, ein Stück davon, was man selbst an Glück hat, zurück zu geben.

Sie legen in Ihrem Betrieb den Fokus auch besonders auf umwelt- und ressourcenschonende Technik. Mit einem Prototypen für das Doppelstockverfahren haben Sie 2013 den Energiepreis gewonnen. Das doppelstöckige Gewächshaus ist europaweit die erste Produktionsanlage dieser Art für Topfkräuter. Wie sind Sie darauf gekommen?

Die Idee für das Doppelstockverfahren hatte mein Vater. Er ist der innovative Kopf im Betrieb und wenn es um Technik geht, hat er den Hut auf. Er hat die Doppelstockanlage selber ausgetüftelt und geplant. Der Hauptgrund war, dass wir die Energiekosten senken wollten. Ein weiterer Grund war, dass die Flächen hier in Nürnberg-Kratshof sehr knapp sind und so war der nächstliegende Weg der, in die Höhe zu gehen.

Mein Vater hat den Prototyp realisiert und mit 13.000 m² Produktionsfläche auf  7.000 m² Grundfläche gebaut. Diese neue Gewächshausanlage wurde 2016 als bestes Konzept für Umwelt und Nachhaltigkeit prämiert.

Würden Sie bitte die Topfproduktion mit diesem Verfahren kurz erklären. Was ist das besondere an diesem Gewächshaus? Welche Vorteile bringt es mit sich?

Die Produktion läuft computergesteuert und sehr energieeffizient. Wir halbieren damit den Energieverbrauch. Sortenabhängig wird die Temperatur, die Beleuchtung, die Bewässerung für den jeweiligen Bedarf der Pflanzen eingestellt, auch welche Nützlinge wann dazu kommen.

In Gärtnereien sind die Abteilungen oft sehr weitläufig. Unsere neue Anlage bringt den Vorteil mit sich, dass die Arbeitsabläufe kurz und gut überschaubar sind. Unsere Mitarbeiter können damit ihre Arbeit gut umsetzen. Das erleichtert auch die Betreuung unserer Mitarbeiter mit Beeinträchtigung. Außerdem schaffen wir bei den Kräutern noch bessere Qualitäten, weil ihnen der größere Luftraum gut tut.

Sie arbeiten auch bei der Bewässerung ressourcenschonend. Wie gehen sie hier vor?

Das gesamte Dachflächenwasser wird zentral gesammelt und genutzt. Wir haben dafür ein geschlossenes Kreislaufsystem, das sehr gut funktioniert. Wir sammeln Regenwasser und Gießwasser auf. Eigene Filteranlagen filtern das Wasser, das bis zum letzten Tropfen wieder für die Bewässerung der Kräuter verwendet wird.

In den alten Anlagen haben wir noch das Ebbe-Flut-System für die Kulturtische, im neuen Doppelstockbetrieb verwenden wir Fließtische. Die Pflanzen werden regelmäßig bewässert und das abfließende Wasser wird wieder vollständig in Speicherbecken zurück geführt. Für die Freilandflächen verwenden wir wassersparende Gießwägen.

Seit gut einem Jahr setzen Sie in Ihrem Betrieb das Multikraft-System ein. Wie haben Sie Multikraft kennen gelernt?

Ach, das ist eine nette Geschichte. Ich habe Frau Hader bei einem Seminar über Mehltau kennen gelernt. Sie hat mir ein Stück Schokolade gegeben und wir sind ins Gespräch gekommen. Ich war jedenfalls sehr beeindruckt davon, dass Effektive Mikroorganismen Fäulnis und Pilzerkrankungen vorbeugen und unterbinden können.

Wie wenden Sie Multikraft-Produkte in der Topfproduktion an?

Wir arbeiten mit den Standardrezepturen von Multikraft und wandeln sie je nach Bedürfnissen in unserem Betrieb ab. Mit Gärtnermeister Günther Soukup haben wir für den Einsatz der Multikraft-Produkte einen sehr guten Berater an der Seite, der sowohl persönlich als auch telefonisch mit guten Tipps zur Stelle ist, wenn es Fragen gibt.

Grundsätzlich arbeiten wir mit dem Multikraft-System in drei Schritten. Zuerst werden die Jungpflanzen gleich einmal mit einem Willkommenscocktail ausgiebig angegossen, damit die Töpfe wirklich gut durchfeuchtet sind. Dieser Cocktail stärkt die Pflanzen und ihre Abwehrkräfte schon zu Beginn und setzt sich aus EM-Aktiv und Terrafert Boden zusammen.

Zweitens sind BB Boden und Terrafert Boden permanent bei den Gießvorgängen mit dabei und sorgen für ein gutes Milieu im Substrat. Drittens bringen wir zur Blattstärkung im ganzen Betrieb mindestens einmal pro Woche im Spritzverfahren eine Mischung aus BB Blatt, Terrafert Blatt, MK 5 und EM Keramikpulver aus.

Welche Vorteile bringt das Multikraft-System mit sich?

Die Pflanzengesundheit zählt immer. Allgemein haben all unsere Kräuter seit den EM-Anwendungen durch die Bank eine vitalere Ausstrahlung. Bei manchen Minzesorten  zum Beispiel merkt man, dass die Blätter größer sind und kräftiger wachsen.

Einmal waren wir ziemlich erstaunt, weil plötzlich Mehltau aufgetaucht war. Ich habe mich mit Günther Soukup beraten und wir fanden heraus, dass seit zwei Wochen eine Komponente der Multikraft-Produkte in der regelmäßigen Anwendung fehlte. Aus Fehlern wird man klug. Auf die Art haben wir gesehen: es funktioniert. Auf alle Fälle ist die regelmäßige und konsequente Anwendung wichtig. Ein Prinzip in der biologischen Arbeit ist ja auch die vorausschauende, vorbeugende Produktion. Mehltau bei den Kräutern ist dann kein Thema mehr.

Ein Prinzip Ihrer Arbeit ist auch: Sie geben den Kräutern die Zeit, die sie brauchen, um die Inhaltsstoffe zu entwickeln, die wir Menschen brauchen. Seit Kurzem haben Sie auch SuperFood im Sortiment, also Pflanzen mit besonders hohem Nährstoffgehalt und Nutzen für unsere Gesundheit. Dazu zählen zum Beispiel BioPowerGräser. Die Gräser von der Fensterbank sind voller Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralien, Enzyme und Antioxdantien. Leicht und frisch aus dem Topf geerntet eignen sie sich in der Küche hervorragend für Grüne Smoothies. Haben Sie ein Lieblingsrezept, das Sie gerne verraten möchten?

Ja gerne, eines, das immer geht!
Dazu geben Sie in den Mixbehälter zwei Bananen, zwei Äpfel, eine halbe Mango, 1/4 Liter Kokoswasser, Zitronenverbene und ein Schuss Öl. Dann schneiden Sie aus dem Topf Gras ab. Weizen- und Hafergras sorgen für mildes Aroma. Gersten- und Roggengras schmecken leicht herb, das Kamut-Gras eher süß. Dann noch den Behälter mit Wasser auffüllen und mixen. Fertig ist der Smoothie! Je nach verwendetem BioPowerGras schmeckt jeder Smoothie eine Nuance anders.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Mit diesen Smoothies in unterschiedlichen Geschmacksnuancen geht es ganz leicht, sich zwischendurch etwas Gutes zu tun und Gäste zu überraschen. Die BioPowerGräse-r haben auch die Jury der Internationalen Grünen Wochen in Berlin überzeugt - sowohl geschmacklich als auch hinsichtlich ihrer Vitalstoffe und ihrer ökologischen Herstellung. 2017 hat Tanja Dworschak für Ihre BioPowerGräser den Innovationspreis erhalten. Mit seinen hohen Produktions- und Qualitätsstandards punktet das gesamte KräuterGut und Betriebsleiterin Tanja Dworschak freut sich, mit innovativen Ideen ihren Kunden immer wieder neue Geschmackserlebnisse aus der Kräuterwelt anzubieten.

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