Bio-Gärtner Karl Ploberger - Ein Gartenleben im Takt mit der Natur

29.03.16 Bio-Gärtner Karl Ploberger - Ein Gartenleben im Takt mit der Natur

Naturgärten und Gartenkultur sind die große Leidenschaft. Neue Inspirationen sammelt der Bio-Gärtner auf Gartenreisen und zu Hause am oberösterreichischen Attersee betreibt er selbst biologischen Gartenbau.

Ein Gartenleben im Takt mit der Natur

Multikosmos Ausgabe 00022

In der Buchreihe „Gärtnern für intelligente Faule“ finden sich immer wieder viele praktische Tipps aus seinem großen Erfahrungsschatz.  Als Moderator der ORF Gartensendung „Natur im Garten“ einem breitem Publikum bekannt, ist er in Österreich durchaus als Trendsetter für naturnahes Gärtnern zu sehen.

Die Rede ist von Karl Ploberger. Mit Multikraft arbeitet er als Botschafter für Effektive Mikroorganismen schon viele Jahre zusammen und ist bei Thementagen immer wieder gern gesehener Vortragsgast. Naturnahes Gärtnern und die effektive Kraft der Mikroorganismen stehen auch bei gemeinsamen Vorträgen für Bellaflora im Mittelpunkt. Mit ihm hat Multikraft einen Partner im Boot, der die gleichen Werte vertritt und sich stark macht für das Garteln im Takt der Natur.

Waren Sie immer schon so ein Naturbursche oder wie haben Sie entdeckt, dass Sie einen grünen Daumen haben und ihr Herz für’s Garteln schlägt?

Mein Vater war Tischler, Bestatter und Hobbygärtner und als sechsjähriger Bub habe ich angefangen, mit ihm zu garteln. Damals habe ich selber schon meine ersten Pflanzen gezogen. Aus einem großen Hobby wurde eine wirklich große Leidenschaft.

Sie sind in Vöcklabruck in Oberösterreich aufgewachsen, zum Studieren nach Wien gegangen und dort im Journalismus gelandet. Heute sind sie ein gefragter Biogärtner, der in der Öffentlichkeit steht, zahlreiche Vorträge hält und Bücher zum Gartenwissen schreibt. Wie haben Sie sich dahin gehend verändert?

Neben dem Garteln war meine zweite Leidenschaft das fotografieren, natürlich auch viel Naturfotografie. Über die Fotografie bin ich zum Schreiben gekommen. Eigentlich hätte ich den Betrieb vom Vater übernehmen sollen. Ich bin aber nach Wien und habe statt zu studieren beim Kurier als freier Mitarbeiter angeheuert. Das Gärtnerische habe ich in Wien nur auf dem Fensterbankerl gelebt. Nach sieben Jahren beim Kurier bin ich mit meiner Frau zurück nach Oberösterreich gegangen und begann beim ORF im aktuellen Dienst zu arbeiten.

Aktueller Dienst ist vom Gärtnern ja ganz schön weit entfernt. Was war der Auslöser für Ihre berufliche Veränderung?

Aktueller Dienst heißt Nachrichten mit vielen Grauslichkeiten. Ich bin ein lebensfoher Mensch  und so habe ich in einer stillen Stunde nachgedacht, ob ich das bis zur Pension weiter machen möchte und kam darauf, dass ich meine Leidenschaft des Gartelns leben möchte. Also habe ich dem ORF vorgeschlagen, eine Naturgartenserie zu machen. So begann ich vor rund dreißig Jahren mit der Radioserie „Sonnenblume – Leben mit der Natur“. Marie-Luise Kreuter, Autorin des Standardwerks „Der Biogarten“, war mein großes Vorbild und es freute mich riesig, die Sendung mit ihr zu machen. Daraus entstand eine innige Freundschaft. Später wurde die Radioserie ins Fernsehen übernommen und als weiterer Schritt entstand die Buchreihe „Gärtnern für intelligente Faule“. „365 Gartenfragen – Antworten für Intelligente Faule“ ist das 18. Buch dieser Reihe, 2016 kommt das allererste Buch in Neuauflage heraus.

Wie sind Sie selber ins Gärtnern und in die damit verbundene publizistische Tätigkeit hinein gewachsen?

Mein Lebenslauf, meine Freude und Leidenschaft sind organisch gewachsen, genau so auch das Talent, Informationen und Wissen über das Garteln anderen Leuten mitzuteilen. Das wuchs mit der Zeit, mit dem Tun und mit den Erfahrungen. Den Menschen sage ich immer: Nehmt euch zu Beginn nicht zu viel vor. Man muss hineinwachsen und den Garten, die Natur verstehen lernen. Es mag in Büchern stehen, wie etwas geht, aber es braucht Mut, etwas auszuprobieren und einfach zu tun. Das ist wie im Leben und passt auch gut zu EM. Probieren Sie EM einfach aus und schauen Sie sich an was passiert. Sie werden feststellen, dass vieles im Garten anders und auch viel leichter funktioniert.

Was hat Sie dazu motiviert, biologisch zu gärtnern?

In den 70er Jahren haben mein Vater und ich konventionell gearbeitet, das war eben die Zeit. Ich habe aber gesehen, dass für meinen Vater der Kompost am wichtigsten war. Als Jugendlicher hat mich das Buch „Der stumme Frühling“ gepackt, ein Sachbuch der Biologin Rachel Carson, das als Ausgangspunkt für die Umweltbewegung gilt. In dem Buch war drastisch geschildert, dass wir die Erde nicht auf Kosten unserer Enkelkinder zerstören dürfen. Mir wurde klar, dass es der falsche Weg ist, Läuse im Garten mit viel Chemie und Spritzmittel zu bekämpfen. Über die Antiatombewegung bin ich in Kontakt mit Biobauern gekommen und all das führte zu einer schrittweisen Veränderung im Denken.

Wie haben Sie diese ins konkrete Handeln umgesetzt?

Ich habe viele Bücher gelesen, viele Seminare zum biologischen Gärtnern besucht und den Garten der Schwiegermutter gleich einmal komplett biologisch umgestellt. Das war der erste Versuch und der hat gut funktioniert. Meine Lehrmeisterinnen waren Marie-Luise Kräuter und Helga Wagner, die Stadtgartendirektorin in Linz war. Sie hat die Stadtgärtnerei auf Kompostwirtschaft umgestellt. Dass Helga Wagner sich als einzige Frau unter lauter Männern behaupten musste, gefiel meinem Revoluzzerdenken natürlich auch.

Sie leben nunmehr in Seewalchen am Attersee und haben dort ein kleines Gartenparadies angelegt, das Sie von Anfang an biologisch pflegen.

Mit unserem Garten haben meine Frau und ich bei absolut null angefangen. Auf 2.500 m² befinden sich heute unsere Blumenwiese, der Gemüse-, Obst- und Ruinengarten, ein Gartenteich, Rosenhügel und Gewächshaus. Da ich so viel unterwegs bin, haben wir eine Gartenhelferin, die ist ein Engel. Es ist selbstverständlich, dass wir biologisch arbeiten.

Als Biogärtner arbeiten Sie im Kreislauf mit der Natur. Es gilt zu beobachten und anders zu reagieren, als in der Gartenarbeit, die Chemikalien einsetzt. Welche Rolle spielt dabei der richtige Zeitpunkt?

Das Garteln im Takt der Natur ist das absolut wichtigste. Ich richte mich nach dem phänologischen Kalender, bei dem das Beobachten der Natur die Grundlage ist.  Die Natur zeigt uns vor, wann etwas zu tun ist. Wenn zum Beispiel die Forsythien blühen ist der Rosenschnitt angesagt. Es nutzt also nichts, etwas erzwingen oder schnell machen zu wollen. Man kann Prozesse unterstützen, aber Zeitabläufe von Grund auf verändern kann man nicht.

Viele Prozesse lassen sich mit EM unterstützen. Wie haben Sie EM eigentlich kennen gelernt?

In meinem Glashaus habe ich eine Sammlung von wunderschönen Zyklamen. Die unterschiedlichen Klimazonen im Glashaus und die Belüftung machten mir Schwierigkeiten und das hatte zu riesigen Probleme mit Grauschimmel geführt. Ich bekam EM in die Hände, habe damit im Glashaus gesprüht und wirklich von einem Tag auf den anderen war der ganze Grauschimmel weg. Seither steht das Glashaus prächtig da.

In der Biogärtnerei sind synthetische Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel Tabu. Vielmehr wird von der Bodengesundheit und Pflanzenstärkung ausgegangen. Was bedeutet für Sie Bodengesundheit und welche Rolle spielen EM dabei?

Ist der Boden gesund, sind die Pflanzen gesund. Der Boden ist die Grundlage. Wenn der Boden lebt, voller organischer Substanzen und Mikroorganismen ist, können sich die Pflanzen gut entfalten. Eine wichtige Rolle bei der Belebung des Bodens spielen organische Substanzen, Kompost und EM.  Mikroben brauchen ausreichend Futter, also die Organik als Basis. EM helfen, auf biologische Weise ein gesundes Bodenmilieu zu schaffen. Die regelmäßige Anwendung von EM, gerade in der ersten Phase zur Belebung des Bodens, führt zu wesentlichen positiven Veränderungen. Hier finde ich, ist die EM-Technologie enorm wichtig, denn durch sie entsteht ein Milieu im Boden, das für sämtliche Bodenorganismen und für ausgewogene Nährstoffgehalte förderlich ist. Für das Bodenleben ist das Glashaus eine unnatürliche Umgebung und so setzte ich hier auch regelmäßig EM ein, um den Boden lebendig und die Pflanzen gesund zu halten.

Was bedeutet für Sie Pflanzenstärkung?

Im biologischen Gartenbau arbeitet man immer vorausdenkend. Es gilt, die Pflanzen vorbeugend zu unterstützten. Ich achte zu Beginn schon auf die Auswahl der Sorten. Mir sind zum einen regionale Sorten wichtig. Zum anderen ist der Gartenbau ja lebendig und verändert sich und so bin ich zum anderen offen für neue Züchtungen. Hier gibt es viele robuste, widerstandsfähige Sorten ganz ohne Gentechnik. Weiters zu beachten ist das richtige Gießen, das richtige Anpflanzen zur richtigen Zeit. Der für die Pflanzen passende Platz ist auch ein Um und auf. Wenn man Pflanzen kaltes Wasser über den Kopf schüttet oder sie zum falschen Zeitpunkt hinaus ins Freie bringt, dann werden sie sicher krank. Basilikum, das ich schon im April raussetze, wird nichts werden, weil es zu kühl ist. Eine Rose die zwischen anderen Gehölzen eingezwickt ist, wird krank, weil sie nicht abtrocknen kann. All das gilt es zu beachten.
Eine weitere wichtige Rolle spielt die vorbeugende Pflanzenstärkung mit Hilfe von EM, Schachtelhalmextrakten, Komposttees, Urgesteinsmehlen und Nordalgen. Es braucht nicht unbedingt große Mengen EM. Vielmehr geht es darum, EM sehr regelmäßig und konsequent anzuwenden, sei es zum Beispiel EM dem Gießwasser zuzufügen oder die Pflanzen mit EM zu besprühen.

Nach der Winterruhe steht nun wieder der Saisonstart ins neue Gartenjahr vor der Tür. Wie kommen EM hier zum Einsatz?

Ich gieße alle Aussaaten und alles, was ich frisch anpflanze mit EM an, gebe also dem Gießwasser EM-Aktiv und Terrafert Boden bei und gieße damit sofort nach dem Vermischen. Für mich ist es ganz selbstverständlich, dass ich im Garten regelmäßig EM dem Gießwasser zugebe, obwohl der Boden gesund und voller Leben ist. Hier verwende ich EM im Sinne der Vorbeugung und nachhaltigen Stärkung. Meine Obstbäume spritze ich auch alle mit EM.

Welchen Stellenwert haben Ihrer Ansicht nach Effektive Mikroorganismen im Biogarten?

Grundsätzlich sind Mikroorganismen an sich ein ganz wesentlicher Bestandteil des biologisch orientierten Gartenbaus. In Zeiten wo unsere Böden nicht mehr so sind wie sie sein solllten, Pflanzen extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind und viel mehr Stress haben, ist es notwendig, dass wir Böden und Pflanzen unterstützen. Das funktioniert mit EM sehr gut. Ich kenne auch viele große Gartenbaubetriebe, die mit EM geniale Erfolge haben.
Ich vergleiche EM gerne mit der Homöopathie und sehe EM als Botschafter, die Böden und Pflanzen Impulse geben und etwas Gutes flüstern. Zwischen Himmel und Erde passieren viel mehr Dinge, als wir verstehen und messen können. Wissenschaftlich gesehen passiert nicht allzu viel bei der Anwendung von EM, aber die Erfolge sind riesig. Oder nehmen wir die Brennnesseljauche als Beispiel. Sie ist seit Jahrhunderten gang und gäbe. Wissenschaftlich wurde untersucht, dass in ihr nur ganz geringe Mengen an Nährstoffen enthalten sind, dennoch ist ihre Wirkung genial. Blätter, die gelb waren, werden wieder wunderbar grün und die Pflanzen strotzen vor Vitalität. Die Jauche bewirkt Dinge, die Pflanzen gesunden lassen, obwohl wir sie wissenschaftlich nicht genau nachweisen können. Genau so ist das auch mit EM.

Von den vielen Pflanzen in Ihrem Biogarten können sich Gäste beim Tag der offenen Gartentür ein Bild machen. Wie sieht ein Gartentag bei Ihnen in Seewalchen aus?

Beim Tag der offenen Gartentür gibt es Führungen für Gruppen, die sich den Garten anschauen möchten. Anhand meines Gartens bekommen sie einen Einblick in die Herangehensweisen und Tätigkeiten als Biogärtner. Andererseits halte ich immer wieder auch Gartenseminare, bei denen es einen ganzen Tag um Bodenbearbeitung, Pflanzenauswahl und Pflanzenstärkung geht. Wenn sie mich im Fernsehen sehen, glauben viele Leute, dass ich ein Gartenschauspieler bin. Hier bei mir im Garten sehen sie aber, aha, der macht das wirklich und zwar mit großer Leidenschaft und großer Vielfalt. Sie sehen auch, dass nicht immer alles perfekt ist, dass ich zum Beispiel auch da und dort Probleme mit Pilzbefall habe. Es braucht einfach Geduld und Gelassenheit, das sind die Gärtnertugenden die jeder haben sollte.

Hatten Sie selbst diese Tugenden schon immer oder hat Sie ihr Garten da auch ein Stück weit verändert?

Oh ja, ich war früher einmal einer, der alles ganz schnell machen wollte. Durch den Garten habe ich gelernt und  mittlerweile große Gelassenheit in allen Bereichen des Lebens entwickelt. Wie im Garten bringen Hektik und Stress nicht weiter. Mit Gelassenheit geht vieles leichter, das sage ich meinen Reisegruppen immer wieder.

Sie sind viel unterwegs, fahren zu Fachtagungen und besuchen zahlreiche Gärten. 1994 haben Sie die Gartenreisen ins Leben gerufen und führen seither Reisegruppen durch beeindruckende Gärten. Warum ist Ihnen das wichtig?

Es ist wichtig, über den eigenen Gartenzaun zu schauen und den Horizont zu erweitern.  Ich lerne spannende Leute und ihre Arbeitsweisen kennen, komme in Kontakt mit neuen Ideen und sammle enorm viel Erfahrung. Lernen im Garten hört nie auf. Das ist so wie im Leben.

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