Nachhaltigkeit als Grundsatz der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu

23.03.16 Nachhaltigkeit als Grundsatz der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu

Die Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu in der Oberpfalz nördlich von Regensburg arbeitet mit einer Erzeugergemeinschaft von derzeit 134 Biobauern, die die Brauerei direkt beliefern und eine Gesamtfläche von 5.000 Hektar bewirtschaften. 35 – 40% ihrer Einnahmen erzielen sie durch die Partnerschaft mit der Lammsbräu. Die Erzeugergemeinschaft feierte 2014 ihr 25jähriges Jubiläum. Auf dem Biosektor ist dies die längste und erfolgreichste Erzeugergemeinschaft Deutschlands.

Nachhaltigkeit als Grundsatz der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu

Multikosmos Ausgabe 00019

Herr Dr. Franz Ehrnsperger, Ihr Unternehmen Neumarkter Lammsbräu ist seit über 30 Jahren die führende Bio-Brauerei und überhaupt Pionier im Brauen von ökologischem Bier. Was waren für Sie die Gründe, zu einer Zeit, als Bio oder gar Bio-Bier noch nicht in aller Munde war, auf ein komplett nachhaltiges Unternehmenskonzept umzustellen?

„Als ich in 6. Generation die Brauerei übernahm, stellte sich mir die Frage, wie ich die Staffel am Ende gut weitergeben kann. Es war klar, noch besseres Bier zu machen und die Suche nach besseren Zutaten brachte mich zum ökologischen Landbau. Es brauchte Zeit, die Bauern auf biologische Landwirtschaft und damit unsere Biersorten umzustellen. 1984 haben wir unser erstes Biobier gebraut, seit 1995 arbeiten wir zur Gänze ökologisch.“

Sie haben in Ihrem Unternehmen 2005 die Initiative „Fair zum Bauern“ eingeführt. Sie zahlen pro 20er-Kiste Bier jeweils € 1,- mehr an die heimischen Bauern als andere Brauereien. Was hat Sie dazu bewogen?

„Uns wurde klar, dass wir unsere regionalen Bauern, die unsere Kulturlandschaft ökologisch pflegen, fair behandeln und fördern müssen. Diese Art von Landwirtschaft muss so interessant sein, dass Nachfolger den Hof gerne übernehmen. Mit unseren Bauern schließen wir über fünf Jahre laufende Rahmenverträge ab, die ihnen einen anständigen Preis sichern und die Durchschnittserträge in der Region berücksichtigen. Bei besonders guter Ware gibt es obendrein Qualitätszuschläge.

Warum ist Ihnen als Unternehmen diese Initiative wichtig?

„Mit dem Kauf unserer Getränke bekommen KonsumentInnen nicht nur ein hervorragendes Produkt sondern unterstützen eine lebenswerte Umwelt, von der auch die Enkelkinder noch etwas haben. Mit unserer Art von Produktion sichern wir Arbeitsplätze in der Region und machen Ökolandbau für Bauern attraktiv. Mit den regionalen Partnerschaften stehen wir für gute Qualität, kürzere Tranportwege, mehr Transparenz und Vertrauen. All das ist für bewusste Menschen attraktiv.“

Wo sehen Sie weitere Ansatzpunkte, um in der Wertschöpfungskette den Bauern faire Bedingungen und Preise zu sichern?

„Anstelle exotischer Früchte liegt unser Fokus in der Produktentwicklung von Limonaden bevorzugt auf heimischen Früchten. Eine neue Kreation ist die Birne-Hopfen-Limonade. Damit erhalten Bauern im Anbau von Obst ein weiteres Standbein. Weil wir nicht um die Preise feilschen müssen, haben wir Zeit für das Gespräch mit unseren Bauern. Mit dem wechselseitigen Wissenstransfer schaffen wir bessere Qualität, faire Preise für die Bauern sowie höhere Umsätze für die Neumarkter Lammsbräu. Pro Tonne Hopfen wird ein bestimmter Betrag in einen gemeinsamen Forschungstopf zur Verbesserung von Ökolandbau investiert. Damit unterstützen wir auch die Anwendung von EM in der Landwirtschaft, worin großes Potential liegt. Ein weiteres Element in der Wertschöpfungskette ist unser Energiekonzept, dessen Umsetzung mit 2015 startet. Strom- und Wärmeenergie für die Brauerei sollen aus landwirtschaftlichen Biobetrieben kommen, z. B. aus der Holzgasgewinnung. Auch hier setzen wir wieder auf langfristige Partnerschaften.“

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