Reifes Gemüse ist Medizin

29.10.19 Reifes Gemüse ist Medizin

Die Natur ist eine vielschichtige Apotheke, die es zu nutzen gilt. Wenn das Wachstum unseres Gemüses abgeschlossen ist und alle Kräfte von Sonne, Mond und Erde darin eingelagert sind, ist es besonders gehaltvoll an Gesundstoffen. Diese schmackhaften Gartenschätze machen uns fit für den Winter. - von Susanne Schütz und Anne Lorch

Jeder Ernte geht ein Reifeprozess voraus. Das Ergebnis (im Garten der Samen) kann für einen neuen Zyklus eingesetzt werden. Das gilt in der Natur ebenso wie in menschlich erbauten Konstruktionen und in seinen begleitenden Ideen. „Ein jedes Ding muss Zeit zur Reife haben“, schrieb einst William Shakespeare. In ungestörten Arealen unseres Planeten zeigt uns Mutter Erde mit ihrer „Kulturchefin Natur“, dass sie ihr Handwerk meisterlich versteht. Von ihr zu lernen ist eine lebenslange Angelegenheit. Im Garten ist der Einsatz des Menschen neben der Natur notwendig, damit auf knappem Platz ein guter Wintervorrat entstehen kann.


Reifegrad erspüren
Nach einem bewegten Sommer strebt das Wachstum auf seinen Höhepunkt zu. Früchte, Gemüse, Kräuter und Samen haben Erntezeit. Die schweren Ähren des Korns neigen sich zu Boden, Kartoffellaub verdorrt und lässt die Wärme der Sonne bei kühler Witterung an die verborgenen Knollen. Der Kürbis schließt per Reife-Mehltau den Saftstrom ab, damit mehr Licht durchs welkende Laub zur Großbeere kommt, um weitere wichtige Pflanzenstoffe zu bilden. Kohl, Sellerie, Lauch und Karotten produzieren fleißig über die Photosynthese in ihren Speicherorganen vielerlei wertvolle Substanzen. Als Betreuer des Gartens gilt es, den besten Reifegrad eines Obstes oder des Gemüses zu erspüren und zu erleben, wie der Gartenschatz uns als Gesundkost guttut.
Gegenüber konventioneller Anbauweise wird bei biologischer Kulturführung die Anzahl vieler Heilstoffe und der Antioxidantien durch Effektive Mikroorganismen erhöht.
Den größten Nutzen erzielen wir mit reifer Frischkost direkt vom Garten auf den Teller. Werden verschiedene Gemüse und Früchte miteinander für eine Mahlzeit verwendet, erhöhen sich die Wirksamkeiten im Kontext zueinander. Das Gefühl für den richtigen Reifegrad vermittelt uns die Praxis, wenn wir beobachtend Jahr für Jahr neue Erfahrungen hinzufügen. Kurse und der Austausch mit gleichgesinnten Gartenfreunden runden ab und ergänzen die eigenen und erworbenen Kenntnisse. Auch Hinweise in der Literatur helfen hier weiter und es reift ein ungeahnter Wissensschatz heran. Trotzdem bleibt das Gefühl, nie fertig ausgelernt zu haben, und dass ein Leben kaum ausreicht, um alles aufzunehmen und umzusetzen.


Gesunde Nahrung kommt aus gesundem Boden
Zum Zustand der Gartenerde: Viele Umweltbedingungen boykottieren die biologisch geführten Anstrengungen in der Bodenpflege. Da helfen uns Effektive Mikroorganismen weiter. Nach unbedachtem Einsatz von alles Leben vernichtendem Roundup (Glyphosat) stellt die EM-Mixtur wieder ein ausgeglichenes Bodenleben her. Kleinlebewesen wie EM bereiten die vorhandenen Nährstoffe pflanzenverfügbar auf, auch die vom Gift blockierten (festgelegten). Im Austausch bekommen Effektive
Mikroorganismen dafür über das Wurzelgeflecht Zuckerstoffe für ihren eigenen Stoffwechsel. In diesem Geben und Nehmen können Früchte und Gemüse die wunderbar wirksamen sekundären Pflanzenstoffe aufbauen, die sie zum Schutz vor Schadpilzen und tierischen Schädlingen für sich selber brauchen. Und genau diese stärkenden Inhaltsstoffe bekommen wir dann gratis beim Verspeisen mitgeliefert. So ist es für eine vollwertige Kost wichtiger denn je, den richtigen Reifegrad zu berücksichtigen. Je weiter wir in diese Wissenschaften vordringen, umso respektvoller wird der Umgang mit der eigenen Ernte. Wir gewinnen außer einer guten Gesundheit auch eine gewisse Ehrerbietung bei jedem Genuss aus der eigenen Scholle.

Supermärkte fordern unreife Ware an, die sich bei Kühlung länger hält. Dieses „notgereifte“ enthält nur wenige der wichtigen sekundären Pflanzenstoffe und füllt unseren Bauch, ohne zu nähren.
Die Sonnenreife des Gemüses fehlt, bei der die Fruchtsäuren in Fruchtzuckerarten umgewandelt werden und uns den unvergleichlichen Geschmack und die Aromen eines reifen Gemüses liefern, die wir als „privilegierte“ Gartennutzer genießen dürfen.

01 – Herbstliche Gartenbeete mit Lauch und Mangold
warten auf die Ernte. Lauch ist ein gutes Mittel gegen pathogene Bakterien und Pilze im Darm, also ein richtiges „Darmgenesungsgemüse“. Mangold (in Smoothies) liefert Chlorophyll durchs ganze Jahr. Kernelement ist das lebenswichtige Magnesium. Mangold ist vollgepackt mit Glukose (Gehirn und Nervenzellen) und wirkt als Kohlehydratlieferant gegen Müdigkeit am Nachmittag.

02 – Wasserbirnen ergeben besonders süße Säfte.
Wenn diese köstliche Frucht reif ist, lassen Kinder den Apfel liegen. Das süße Obst ist reich an wachstums- und blutbildenden Inhaltsstoffen, entgiftet und hilft bei Nieren- und Darmproblemen.

03 – Rotkohl wirkt lebensbejahend
und überbrückt lichtarme Tage. Als Heilwickel lindert er Blessuren. Er senkt den Blutdruck und baut die Darmflora auf.

04 – Zuckermais ist genussreif (z. B. für den Grill),
wenn durch Daumendruck auf die Kerne der Milchsaft herausspritzt. Die leicht braun werdenden Haare an der Kolbenspitze wirken als Tee blutdrucksenkend.

05 – Zwiebeln an günstigen Mondtagen ernten.
Wurzeltage bringen die beste Lagerqualität. Der schwefelhaltige Inhaltsstoff Allizin wirkt desinfizierend und blutdrucksenkend. Gut zu wissen: Wenn die Augen beim Zwiebelschneiden tränen, schwämmen sie Entzündungsverursacher wie Bakterien heraus.

06 – Kräuter aus der Apotheke Gottes
Zum Herbstbeginn haben Ringelblumen viele wundheilende Sonnenstrahlen eingefangen. Trist-graue Teemischungen lassen sich mit den leuchtend orangen Ringelblumen und blauen Kornblumen hübsch aufheitern und das Heilspektrum der Mischung erweitern.

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