Das Leben macht vor der Haustür nicht halt - Mikrobiom Haushalt

18.02.19 Das Leben macht vor der Haustür nicht halt - Mikrobiom Haushalt

Kein Mensch - und sei es auch Robinson Crusoe auf seiner Insel - ist jemals allein gewesen. Viele Lebewesen stehen uns näher, als uns bewusst ist: Wir sind besiedelt! Der Mensch bezeichnet sich zwar gerne als Krone der Schöpfung, tatsächlich sind wir wandelnde Ökosysteme.

Milben, Amöben, Geißeltierchen und Milliarden von Mikroorganismen nutzen den Menschen als Lebensraum, Nahrungsquelle und Transportmittel. Das Ökosystem Mensch besteht aus ca. 1.000 Spinnentierchen, Amöben, Pilzen, hundert Billionen Bakterien und zehn Billionen Körperzellen. Auf eine einzige menschliche Körperzelle kommen zehn Mikroorganismen: Wir sind eine Minderheit in unserem Körper.

Wer sofort an Krankheitserreger denkt, vergisst, dass die Mikrobiologie lebenswichtige Funktionen erfüllt. Bei Erwachsenen wird die ca. 2 m² große Hautoberfläche mit bis zu einer Million Bakterien pro cm² besiedelt, welche die Haut vor äußeren Einflüssen schützen. Die mikrobiologische Besiedelung der Schleimhäute in unserem Verdauungstrakt (ca. 400 m² Oberfläche) ist maßgeblich für die Spaltung und Aufnahme der Nahrung sowie für die Stimulation unseres Immunsystems verantwortlich.
Diese Vielzahl und Vielfalt unserer „Lebensgefährten“ sorgt für eine Balance, die wir als Gesundheit bezeichnen. Das Mikrobiom – die Gesamtheit der Mikroorganismen eines Lebewesens – steht im Fokus aktueller medizinischer Forschungen.

 

Lebensraum Haushalt
Die eigenen vier Wände, in denen das „Ökosystem Mensch“ lebt, bieten für andere Lebewesen ein interessantes Habitat. Bereits bei den ersten Höhlenmenschen siedelten sich sehr rasch Mitbewohner an, die uns bis heute im Haushalt begleiten. Obwohl erst seit ca. 20.000 Jahren Häuser gebaut werden – einem erdgeschichtlich sehr kurzen Zeitraum –, kam es sehr schnell zu einer Anpassung an diese speziellen, ja geradezu extremen Lebensräume.
Laut einer Schätzung beträgt die Grundfläche sämtlicher Wohnungen weltweit ca. 640.000 km². Dies entspricht in etwa der Fläche Frankreichs. Erst in den letzten Jahren begann die Wissenschaft das Ökosystem „Haushalt“ näher unter die Lupe zu nehmen und erstmalig intensiver zu erforschen. So wurden bei einer Studie 50 Häuser und Haushalte im US-Bundesstaat North Carolina auf ihre Besiedelung mit Insekten untersucht. In Wohnbereichen, Kellern und Dachböden wurden über 10.000 Insekten aus ca. 750 verschiedenen Arten gesammelt.
Der Lebensraum Haushalt zeichnet sich durch extreme Bedingungen aus, die in der Natur kaum anzutreffen sind: wenige bis keine Pflanzen, Trockenheit und geringe Nahrungsressourcen. Staubsauger, Reinigungsmittel, aber auch Schädlingsbekämpfungsmittel erhöhen den Selektionsdruck.

Unter diesen Bedingungen können sich langfristig nur sehr gut angepasste Arten wie Zitterspinnen, Hausstaubmilben oder Silberfischchen halten. Bettwanzen, die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch den Einsatz von DDT und anderen Insektiziden in den Industrienationen fast als ausgestorben galten, entwickelten innerhalb einiger Jahrzehnte Resistenzen und sind heute wieder auf dem Vormarsch.


Mikrobiologie zu Hause
Vor allem besiedeln auch Mikroorganismen unser Zuhause. Im Rahmen der Studie „Home Microbiome Project“ wurden sieben Familien und deren Haushalt mit 18 Personen, drei Hunden und einer Katze über einen Zeitraum von drei Wochen täglich beprobt und ca. 22.000 Arten von
Mikroorganismen nachgewiesen. Mikrobiologische „Hotspots“ sind nicht – wie früher oft kolportiert – Klobrillen, sondern Türklinken, Lichtschalter und vor allem Mobiltelefone und PC-Tastaturen. Feuchte Putztücher und Schwämme bieten ideale Bedingungen für mikrobiologisches Wachstum.
Wer versucht, mittels aggressiver Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sterile Bedingungen zu schaffen, beginnt einen Wettkampf, der nicht gewonnen werden kann. Desinfektion zerstört nicht nur pathogene Keime, sondern auch die restliche Mikrobiologie. Umgehend kommt es jedoch zu einer Wiederbesiedelung und da Mikroorganismen sich sehr rasch an für sie lebensfeindliche Bedingungen anpassen, auch manchmal zur Entstehung von Resistenzen. Dieses Phänomen wird u. a. in Krankenhäusern beobachtet und als infektiöser Hospitalismus bezeichnet.


Gesundes Mikrobiom
Erkenntnisse der Mikrobiomforschung zeigen, dass die Vielfalt der Mikroorganismen im Ökosystem Mensch und in dessen Haushalt als Quelle der Gesundheit angesehen werden kann. Sei es bei der Arbeit, zu Hause oder teilweise bei der Freizeitgestaltung: Wir verbringen bis zu 90 % unserer Lebenszeit in geschlossenen Räumen, deren mikrobiologische Besiedelung wiederum uns beeinflusst. Ein gesundes Mikrobiom im Haushalt ist also wichtig für uns und so können wir es fördern: Regelmäßiges Lüften führt zu einer Reduktion der Luftfeuchtigkeit in den Räumen und verhindert die Entstehung von Schimmel. Es bringt auch eine Vielzahl guter Bakterien in die Gebäude.

Probiotische Reinigungsmittel, wie die eMC©-Reiniger, bieten sich mit vielen Vorteilen als natürliche Alternative zu chemischen Putzmitteln an. Die in den probiotischen Reinigern enthaltenen Mikroorganismen sorgen für porentiefe Sauberkeit und besiedeln die gereinigten Oberflächen gleichzeitig mit regenerativer Mikrobiologie. Zu einem positiven Mikroklima tragen auch Zimmerpflanzen viel bei. Das zeigt eine aktuelle Studie der BioTechMed-Graz zu „Chlorophytum comosum“. Auf dieser Grünlilie – auch Beamtengras genannt – befindet sich Mikrobiologie, welche die Mikrobengemeinschaft in Räumen deutlich positiv beeinflusst.
Als Teil der Biosphäre sollte den Menschen bewusst sein, dass wir das Leben nicht aussperren können – weder im Haushalt noch in vielen anderen Bereichen. Im Vertrauen darauf, dass Leben sich nur in einem Miteinander entwickelt, sollten wir im Sinne unserer Gesundheit und Lebensqualität alles daran setzen, Leben und die damit einhergehende Vielfalt zu fördern.

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