Weniger Ammoniak, mehr Zuwachs: Bei Masthühnern senkt der Fermentierte Kräuterextrakt (FKE) die Ammoniakkonzentration im Tierbereich um 23% und im Abluftkamin um 30,6%. Bezogen auf die Zuwachsleistung ergab sich eine Reduktion der Ammoniakemissionen um 39,11%, in einzelnen Mastphasen bis zu 43 %.
Die Genehmigung und der Betrieb von Geflügelställen sind zunehmend an Emissionsauflagen gebunden, Nachbarschaftskonflikte und behördliche Auflagen nehmen zu. Deshalb werden Maßnahmen zur Emissionsminderung gesucht, die als „Beste verfügbare Technik" (BVT) anerkannt werden können. In diesem Rahmen wurde der FKE von Multikraft in einer Broilermast hinsichtlich seiner Wirkung auf Schadgase, Geruch und Mastleistung untersucht.
Das LFZ Raumberg-Gumpenstein (Projektleitung Ing. Eduard Zentner) führte den Versuch in zwei baugleichen, klimatisch identisch geregelten Stallabteilen durch. Je 500 Eintagesküken der Rasse Ross wurden im Kontroll- bzw. im Versuchsabteil, in je 2 Buchten zu 250 Küken, eingestallt.
Mastdauer:
27 Tage, 21. Mai - 17. Juni, witterungsbedingt (38,4°C Außentemperatur) vorzeitig beendet.
FKE-Anwendung im Versuchsabteil:
Stallvorbereitung:
Fütterung:
Laufendes verspühen:
Beide Abteile erhielten identisches Futter, unterschieden sich also nur durch den FKE-Einsatz. Als Einstreu dienten Strohpellets.
Messungen:
Ammoniak (NH₃) und Kohlendioxid (CO₂) wurden kontinuierlich im Tierbereich, im Abluftkamin und im Dachraum mit dem Multi-Gas-Monitoring-System INNOVA 1412 erfasst (15-Minuten-Intervall). Geruch wurde an vier Terminen pro Durchgang olfaktometrisch (Geruchsschwellenmessung, TO8) bestimmt. Zusätzlich wurden Gewicht, Futterverwertung und Ausfälle wöchentlich erfasst.
Das LFZ Raumberg-Gumpenstein (Projektleitung Ing. Eduard Zentner) führte den Versuch in zwei baugleichen, klimatisch identisch geregelten Stallabteilen durch. Je 500 Eintagesküken der Rasse Ross wurden im Kontroll- bzw. im Versuchsabteil, in je 2 Buchten zu 250 Küken, eingestallt.
Mastdauer:
27 Tage, 21. Mai - 17. Juni, witterungsbedingt (38,4°C Außentemperatur) vorzeitig beendet.
FKE-Anwendung im Versuchsabteil:
Stallvorbereitung:
Fütterung:
Laufendes verspühen:
Beide Abteile erhielten identisches Futter, unterschieden sich also nur durch den FKE-Einsatz. Als Einstreu dienten Strohpellets.
Messungen:
Ammoniak (NH₃) und Kohlendioxid (CO₂) wurden kontinuierlich im Tierbereich, im Abluftkamin und im Dachraum mit dem Multi-Gas-Monitoring-System INNOVA 1412 erfasst (15-Minuten-Intervall). Geruch wurde an vier Terminen pro Durchgang olfaktometrisch (Geruchsschwellenmessung, TO8) bestimmt. Zusätzlich wurden Gewicht, Futterverwertung und Ausfälle wöchentlich erfasst.
Ammoniak:
Im Mittel lag die NH₃-Konzentration im Versuchsabteil bei 4,25 ppm (Tierbereich) bzw. 3,72 ppm (Abluftkamin), im Kontrollabteil bei 5,53 ppm bzw. 5,36 ppm (Tabelle 1).
| Parameter | Versuch | Kontrolle | Differenz |
| NH₃, Tierbereich (ppm) | 4,25 | 5,53 | −23,15 % |
| NH₃, Abluftkamin (ppm) | 3,72 | 5,36 | −30,60 % |
| CO₂, Tierbereich (ppm) | 1493 | 1817 | −17,83 % |
| CO₂, Abluftkamin (ppm) | 1304 | 1727 | −24,49 % |
| Geruch, Abluftkamin (GE/m³) | 683 | 759 | −10,01 % |
Tabelle 1: Gasemissionen - Durchschnittswerte über den gesamten Versuchsverlauf
Ammoniak (NH₃), Kohlendioxid (CO₂) ppm= parts per million, GE/m³= Großvieheinhet pro Quadratmeter
Tabelle 1: Gasemissionen - Durchschnittswerte über den gesamten Versuchsverlauf
Ammoniak (NH₃), Kohlendioxid (CO₂) ppm= parts per million, GE/m³= Großvieheinhet pro Quadratmeter
Bezogen auf die Zuwachsleistung der Tiere (g Ammoniak je kg Lebendmassezunahme) ergab sich eine Reduktion von 2,077 auf 1,265 g NH₃/kg Zunahme (39,1 %). In der Mastphase I lag die Reduktion einzelner Messzeiträume bei bis zu 42,9 % (Tabelle 2). Hochgerechnet auf Tierplatz und Jahr sanken die Ammoniakemissionen von 25 g auf 15 g, deutlich unter dem in der Schweizer Literatur für die Kurzmast angegebenen Richtwert von 35 g NH₃/Tierplatz und Jahr.
| Kontrolle | Versuch | Diff. in % | |
| Emissionen Kükenstarter g/kg tägl. Zunahme | 0,265 | 0,160 | -39,53 |
| Emissionen Mastphase 1 g/kg tägl. Zunahme | 5,672 | 3,237 | -42,93 |
| Emissionen Mastphase 2 g/kg tägl. Zunahme | 1,589 | 1,265 | -20,72 |
| Emissionen Total g/kg tägl. Zunahme | 2,077 | 1,265 | -39,11 |
| Emissionen g/Tier 1600-2000g | 3,531 | 2,150 | 1,38kg |
| Emissionen kg/Tierplatz/Jahr | 0,025 | 0,015 | 0,010kg |
Tabelle 2: Ammoniakemission/kg Zunahme pro Mastplatz und Reduktionsgrad
Tabelle 2: Ammoniakemission/kg Zunahme pro Mastplatz und Reduktionsgrad
Geruch: Die Geruchsstoffkonzentration im Abluftkamin sank im Mittel um 10,01 % (683 gegenüber 759 GE/m³). Bezogen auf die tatsächliche Geruchsemission (GE, unter Einbezug der Luftrate) betrug die Reduktion 6,13 % (154 gegenüber 165 GE/s·GVE), mit Einzelwerten bis −37 % in der Startphase.
Mastleistung: Das Mastendgewicht lag in der Versuchsgruppe bei durchschnittlich 1.480 g und bei 1430 g in der Kontrollgruppe. Die täglichen Lebendmassezunahmen lagen im Versuchsabteil bei 53,3 g gegenüber 51,6 g in der Kontrolle. Die Futterverwertung verbesserte sich von 1:1,64 (Kontrolle) auf 1:1,58 (Versuch), das entspricht rund 6 g weniger Futteraufwand je kg Zuwachs. Die Ausfallsquote lag im praxisüblichen Rahmen und unterschied sich nicht zwischen den Gruppen (3,2 % Versuch gegenüber 3,0 % Kontrolle).
In einem Mastdurchgang mit hoher Außentemperatur zeigte FKE eine deutliche Wirkung auf Ammoniak- und CO₂ Emission, verbunden mit einer leicht verbesserten Mastleistung und Futterverwertung.
Trotz des höheren Anwenderaufwandes im Vergleich zu fertigen Futtermischungen bewerteten die Studienleiter FKE als mögliche Alternative bzw. Ergänzung zur Abluftreinigung.
In einem Mastdurchgang mit hoher Außentemperatur zeigte FKE eine deutliche Wirkung auf Ammoniak- und CO₂ Emission, verbunden mit einer leicht verbesserten Mastleistung und Futterverwertung.
Trotz des höheren Anwenderaufwandes im Vergleich zu fertigen Futtermischungen bewerteten die Studienleiter FKE als mögliche Alternative bzw. Ergänzung zur Abluftreinigung.
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