Mikrobiom Haut - Gesundheit und Schönheit von innen

29.03.19 Mikrobiom Haut - Gesundheit und Schönheit von innen

Etwas geht uns unter die Haut. Oder es juckt uns gar nicht. Jemand hat eine dicke Haut und manchmal könnten wir aus der Haut fahren. Der Volksmund weiß seit jeher: Unsere Haut ist ein Spiegel der Seele. Ja tatsächlich: Die Haut ist mit dem Nervensystem verbunden und deshalb erblassen wir vor Schreck oder erröten bei Verlegenheit. Die Haut ist das größte menschliche Organ und auch das einzige, dessen Zustand unmittelbar zu sehen ist.

Die Haut hat viele Funktionen. Sie schützt uns vor Austrocknung und Krankheitserregern. Ist sie als Grenzorgan intakt, haben es schädliche Keime schwer. Durch Sonnenlicht findet in der Epidermis, der obersten Hautschicht, die Bildung von Vitamin D statt, das für die Knochengesundheit, Zähne und auch für unsere Stimmung mitverantwortlich ist. Unsere Haut dient der Wärmeregulation und ist ein taktiles Sinnesorgan. Mit ihr ertasten und erspüren wir unsere Umgebung. Die Haut reagiert leicht auf Stress und Veränderung. Gerät das Schutzsystem aus dem Gleichgewicht, ist die Haut irritiert. Gesundheit und Aussehen der Haut sind beeinträchtigt. Die Haut ist ein Mikrokosmos für sich. Milliardenfach wird sie von vielfältigsten Mikroorganismen besiedelt. Sie bilden die Hautflora oder das sogenannte Haut-Mikrobiom. Unsere Haut ist aber keine Einbahnstraße. Sie braucht sowohl von innen als auch von außen die Versorgung mit Vitalstoffen und bioaktiven Substanzen, um ihre vielen Aufgaben zu bewältigen. Probiotische Biokosmetik pflegt die Haut von außen. Von innen können wir ihr ebenfalls Gutes tun. Werfen Sie mit Dr. Erika Rokita einen Blick auf speziell hautfreundliche Ernährung.

Hautfreundliche Ernährung
Unsere Nahrung sollte Heil- und Pflegemittel zugleich sein. Das stellte Hippokrates bereits vor mehr als 2000 Jahren fest: „Du sollst deiner Haut nichts anderes zur Nahrung geben als das, was du auch mit dem Mund zu dir nehmen würdest.“
Ernährung, Verdauung und Darmflora hängen direkt mit der Haut zusammen. Verdauungsprobleme durch Lebensmittelunverträglichkeiten, Durchfälle, Verstopfung, Blähungen oder Pilzerkrankungen des Darmes werden oft von Hautirritationen begleitet. Umgekehrt steht ein intaktes Darm-Mikrobiom stets im direkten Zusammenhang mit einer schönen Haut. Ist der Darm okay, geht es auch der Haut gut. Interessant ist ja, dass sich auch auf unserer Haut eine riesige Menge verschiedenster Mikroorganismen tummelt. Ebenso wie der Darm besteht das Hautmikrobiom hauptsächlich aus Bakterien, Viren, Pilzen und Milben.
Mit Nahrungsmitteln können wir bewusst die Gesundheit und Vitalität unserer Haut fördern.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung (mikronährstoff-, mineralien- und ballaststoffreich) spielt für den Hautstoffwechsel eine entscheidende Rolle. Es heißt ja nicht umsonst: „Wahre Schönheit kommt von innen!“

Skinfood: Smoothies, Gurkensaft & Co.
Als Skinfood werden besonders gesunde, hautunterstützende Lebensmittel bezeichnet. Zu Skinfood zählen vor allem pflanzliche Nahrungsmittel, die mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen und antioxidativen Fähigkeiten wahre Wundermittel für unsere Schutzhülle sind. Zum Beispiel grüne Smoothies mit Wildkräutern (z. B. Giersch, Vogelmiere, Brennnessel, Löwenzahn etc.), deren Anti-Aging-Potenzial auch die Wissenschaft bereits entdeckt hat.
Gurkensaft wirkt ebenso hervorragend. Er durchspült die Nieren und reinigt den Darm. Mit seinem hohen Gehalt an Vitamin E und C sowie vielen Mineralien (Kalzium, Magnesium, Schwefel etc.) sorgt er für eine gesunde Gesichtsfarbe. Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Käse und Haferflocken enthalten viel Zink, das für Teint und Auffrischung der Haut zuständig ist. Pickel heilen besser ab.
Nüsse, Sonnenblumenkerne, Bio-Fleisch oder Getreide enthalten Selen, das ähnlich wie Zink für eine intakte Haut sorgt. Sanddorn, Brokkoli, Paprika, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte sind reich an Vitamin C, das hilft, unreine Haut und Wunden schneller abzuheilen. Vitamin C steigert die Kollagenproduktion, wodurch die Elastizität verbessert wird. Zitrone hilft gegen Schuppen und erzeugt einen schönen Glanz im Haar. Eisenhältige Nahrungsmittel wie Fenchel, Radieschen oder Fleisch versorgen unsere Haut gut mit Sauerstoff und geben ihr einen gesunden rosafarbigen Teint. Spargel, Lauch, Erdbeeren und Tomaten lassen wegen des hohen Gehalts an Folsäure das Hautbild strahlen. Das Gesicht wirkt frisch und vital!


Superfood für unsere Haut
Ballaststoffe, sogenannte Präbiotika, sind ganz wichtig für die Haut. Wir können sie über grüne Smoothies, Chia- und Leinsamen, Vollkorngetreide, Obst und Gemüse (Topinambur, Lauch, Zwiebeln etc.) zu uns nehmen. Sie reinigen die Haut von innen heraus und wirken wie ein Schwamm, der den toxischen Müll aufsaugt.
Natürliche Probiotika wie fermentierte Lebensmittel, milchsauer Vergorenes und naturbelassene Joghurts leisten mit ihren lebendigen Mikroorganismen einen wertvollen Beitrag. Wenn man Präbiotika mit Probiotika verquickt, erhält man Synbiotika. Absolutes Superfood für unsere Haut! Auch die Fermentationsgetränke Manju und Multi Impuls lassen sich zu diesen Synbiotika kombinieren.
Mikroorganismen sind übrigens bei 30 % aller Lebensmittel im Spiel. Wichtig ist, dass diese „Fermentos“ unbehandelt, unpasteurisiert und ohne Lebensmittelzusatzstoffe wie z. B. Konservierungsmittel sind. Diese Lebensmittel helfen, den Darm zu stabilisieren und zu regenerieren. Sie halten die Diversität der Mikroben aufrecht. Ist der Darm gesund, ist der Mensch gesund. Und damit natürlich auch die Haut mit ihrem gesamten Mikrobiom.

Säureschutzmantel, was ist das?
Wie bereits erwähnt, existiert nicht nur im Darm, sondern auch auf unserer Haut ein riesiger Mikrokosmos. Die unterschiedlichen Bakterienarten helfen mit, einen Schutz aufzubauen, indem sie mit ihren Stoffwechselprodukten ein saures Milieu auf der Haut schaffen: Je nach Hautareal, Alter, Geschlecht und Pflege ergibt sich ein pH-Wert von 4,9–5,9. Krankheitserreger haben es dadurch schwer, sich auszubreiten oder in den Körper einzudringen.
Der Begriff Säureschutzmantel stammt von den deutschen Dermatologen Alfred Marchionini und Heinrich Schade aus den späten Zwanzigern des letzten Jahrhunderts. Sie brachten den sauren pH-Wert an der Oberfläche der Epidermis mit der bakteriellen Tätigkeit in Verbindung. Bakterien, die unsere Haut besiedeln, verstoffwechseln Absonderungen der Hautdrüsen wie z. B. Schweiß, Talg oder Hautfette. Dabei entsteht ein schwach saures Milieu.
Heute weiß man, dass es sich dabei um zahlreiche unterschiedliche Bakterienarten handelt. Forscher haben bereits mehr als 4.500 Arten entdeckt! Allein am Unterarm siedeln fast 200 unterschiedliche Bakterienarten aus 8 Stämmen, so eine Studie der New York University. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Med Uni Graz in Zusammenarbeit mit Kalifornien zeigen, dass ca. 12 % aller Mikroorganismen auf der Haut zu den Archaeen („Ur-Bakterien“) gehören, die extreme Lebensbedingungen aushalten. Ihre Funktionen und Aufgaben sind noch bei Weitem nicht alle bekannt. Vermutet wird, dass sie den Zustand der Haut bezüglich Alter und Feuchtigkeit anzeigen. Forschungsergebnisse dazu wurden 2017 im renommierten Journal „Nature Scientific Reports“ veröffentlicht. Sicher werden noch viele spannende Erkenntnisse folgen!

Intakter Säureschutzmantel
Auf alle Fälle bietet ein intakter Säureschutzmantel den besten Nährboden für das Mikrobiom Haut, das dann seine Aufgaben als Türsteher sehr gut erfüllt. Das leicht saure Milieu der Haut ist wichtig für einige Enzyme, die nur in diesem pH-Bereich optimal arbeiten. Falsche Körperpflege und übertriebene Hygiene, ungesunde Ernährung, Stress, zu viele Antibiotika etc. machen es unseren lebensnotwendigen Mitbewohnern nicht gerade leicht.
Umso mehr können wir den Säureschutzmantel positiv beeinflussen mit Lebensmitteln wie Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Käse, Kimchi, Miso-Suppe, aber auch mit EM-Produkten wie Manju und Multi Impuls. Die Haut wird ja nicht nur durch Cremes über die Körperpflege versorgt, sondern vor allem auch von innen über gute, gesunde Ernährung.

Im Frühling lechzt der Körper nach Grünem! Als gesunden Frischekick empfehle ich, die ersten Wildkräuter in Salate und Smoothies einzubauen. Damit entlasten wir unsere Entgiftungsorgane Leber und Nieren und die Ausscheidung der Giftstoffe muss nicht mehr über die Haut erfolgen. Hautirritationen wie Pickel, Hautausschläge oder Juckreiz verschwinden. Die selbst gemachten Wildkräuter-Smoothies lassen sich gleichzeitig wunderbar als Maske auf die Haut auftragen. Doppelt gemoppelt!
Rezepttipp für Smoothie und Peeling
Es geht ganz einfach: Zum grünen Smoothie (Spitzwegerich, Vogelmiere, Gurke, 1 EL Manju) kommen 2–3 EL Leinsamen. Durchmixen. Fertig.
Als Getränk ein wunderbarer Energiekick! Als Gesichtsmaske ein Revitalizer und tolles Hautpeeling!

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