Gelebte Berufung - Arbeit für eine starke ländliche Region

03.07.19 Gelebte Berufung - Arbeit für eine starke ländliche Region

Alois und Elisabeth Tragler blicken auf ein ereignisreiches Leben zurück. Was sie jungen Menschen mitgeben möchten? „Es braucht eine bestimmte Betriebsgröße und Anzahl von Tieren und dazu innovative Ideen, biologische Arbeit und Selbstvermarktung, dann kann man vom eigenen Hof gut leben. In unserer Zeit geht es vor allem darum, die bäuerlichen Familienbetriebe in den Regionen zu stärken.

Das Spitzbübische hat sich Alois Tragler stets bewahrt. Er ist 81 Jahre alt und seine Augen funkeln, wenn er von früheren Zeiten erzählt. Davon, wie er und seine Frau Elisabeth den Hof kauften. Der liegt direkt unter dem oberösterreichischen Stift Schlierbach und in Sichtweite der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule. „Da schauen dir doch alle ganz genau auf die Finger!“, hatte sein Vater die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. „Das war ein dauerhafter Ansporn“, lacht der Bergbauernsohn, der genau an jener Schule Lehrer wurde und sich nicht immer unbedingt nach dem Lehrplan richtete. Er unterrichtete fortschrittliche Fütterung bei Nutztieren und biologische Tierhaltung.
In den 1980er Jahren fielen derlei Ideen bei manchem Kollegen oder Vorgesetzten kaum auf fruchtbaren Boden. So manchen Widerständen zum Trotz verfolgte Alois Tragler seinen Weg unbeirrt weiter. Seit rund zwanzig Jahren ist der Bauernhof von Alois und Elisabeth Tragler biozertifiziert. „Unsere Hühner hielten wir immer schon in Bodenhaltung. Heute haben wir 1.800 Hühner im Stall und wenn das Wetter passt auf der Weide. Wir haben Mutterkühe und Jungvieh von der Murbodner Rasse und zwei Mastschweine.“ Das Mischen von Futter und die Tierbeurteilungen lernten die Schüler von Alois Tragler direkt am Hof.


Regionalentwicklung
Der umtriebige Bauer und Lehrer verfolgt sein Leben lang innovative Ideen mit Partnern aus der Region. Zum Beispiel baute er den Eierring Schlierbach und die Ferkelvermarktung für ganz Oberösterreich mit auf.
Bei der Gründung der SPES Zukunftsakademie 1987 war er ebenfalls federführend dabei. Zukunftsforscher Hans Millendorfer war dabei ein großer Lehrmeister. Dessen Buch „Konturen einer Wende. Strategien für die Zukunft“ steht bei Familie Tragler heute noch griffbereit im Regal direkt neben dem Küchentisch.


Ländlicher Raum
Die SPES – Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen – bietet heute zahlreiche Weiterbildungen zu zukunftsfähigem Wirtschaften und zur Stärkung der Regionen an. „Wir wollten etwas gegen die Ausdünnung des ländlichen Raumes unternehmen und so haben wir mit über 300 Leuten aus dem Bezirk daran gearbeitet, wie wir unsere Zukunft gestalten.“ Achtzehn Jahre lang war Alois Tragler Obmann der SPES. Heuer trat Sohn Martin in seine Fußstapfen und steht der Gesellschaft nun vor.
Mit dem Anliegen, die Region zu stärken, hat Alois Tragler auch den Stiftskeller als Veranstaltungsort und den in Oberösterreich ersten Bauernmarkt mitbegründet. Der Schlierbacher Bauernmarkt floriert und feiert 2018 sein 30-jähriges Jubiläum. „Von meinem Vorbild Hans Millendorfer habe ich mir den Satz eingeprägt: Ihr seid nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen“, schmunzelt Alois Tragler am Küchentisch: „Ich kann mich informieren und Neues ausprobieren.“ So war es auch mit den Multikraft-Produkten.


FKE für gesunde Tiere
Mit Argusaugen schauten die Schüler und Kollegen auf den neben der Schule gelegenen Hof und es machte kein so gutes Bild, wenn beim Lehrer zerrupfte Hühner gackerten. Da brauchte es in den 2000er Jahren eine Lösung. „Wir hatten die Hühner oft und oft geimpft. Das war sehr teuer, half aber nicht. Anfänglich stand ich den Multikraft-Produkten skeptisch gegenüber. Heute arbeiten wir nur noch mit FKE (Fermentierter Kräuterextrakt) und haben gesunde Hühner, Rinder und Schweine im Stall.“ Dem großteils braunen Federvieh und einigen hundert weißen Hühnern geht es gut. Seit zehn Jahren treten keinerlei Atemwegserkrankungen mehr auf. Aus gutem Grund. Täglich alle zwei Stunden wird die Streu im Hühnerstall mittels Sprühanlage via Zeitschaltuhr mit FKE (Fermentierter Kräuterextrakt) besprüht. Die Staubentwicklung ist damit geringer. Ein weiterer Garant für gesunde Tiere ist die Futterqualität. Im Mischfutterwerk lässt Alois Tragler das Futter mit 1 % FKE (Fermentierter Kräuterextrakt) vermischen.
Mit der Rückenspritze besprüht er selber Heu und Silage. Der Gülle wird ein Liter FKE (Fermentierter Kräuterextrakt) pro m³ beigemengt. Schwimmdecken oder Verstopfungen des Schwemmkanals gibt es damit keine mehr. Mit den regelmäßigen Anwendungen wurde im Stall ein gesundes Milieu aufgebaut. “


Neue Ideen
Das innovative Naturell zeigt sich auch bei Sohn Martin, der den Hof übernommen hat. Als einer der Ersten in Österreich und Deutschland hat er eine Getreidekeimanlage eingerichtet. Weizenkeimlinge produziert Familie Tragler damit selber. „Wenn die Keimlinge fertig in der Wanne liegen, sprühen wir FKE (Fermentierter Kräuterextrakt) darüber. Wir geben 30 % Keimlinge zum Hühnerfutter. Die Keimlinge sind vom Kalk- und Eiweißgehalt her konzentrierter und wir benötigen im Restfutter weniger Mais. Damit die Dotterfärbung passt, mischen wir roten Biopaprika und Biokräuter zum Futter“, erzählt Alois Tragler. Die Bioeier und vielerlei Sorten Nudeln werden im Hofladen neben dem Hühnerstall verkauft. Elisabeth Tragler, die Anfang 2018 ihren achtzigsten Geburtstag feierte, freut sich: „Seit fünfzehn Jahren vermarkten wir direkt und der Zulauf zum Hofladen steigert sich in letzter Zeit enorm.“ Alois und Elisabeth Tragler blicken auf ein ereignisreiches Leben zurück. Was sie jungen Menschen mitgeben möchten? „Es braucht eine bestimmte Betriebsgröße und Anzahl von Tieren und dazu innovative Ideen, biologische Arbeit und Selbstvermarktung, dann kann man vom eigenen Hof gut leben. In unserer Zeit geht es vor allem darum, die bäuerlichen Familienbetriebe in den Regionen zu stärken.“

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