Bierbrauer & Biobauer - Blick auf Böden, Ressourcen und Wirtschaftlichkeit

30.06.18 Bierbrauer & Biobauer - Blick auf Böden, Ressourcen und Wirtschaftlichkeit

Mit den Fersen in die Erde gedrückt schaue ich, ob der Boden schön krümelig ist. So habe ich das von meinem Vater gelernt. Da ich als Bub viel am Hof und bei der Ernte herumgesaust bin, bekam ich sehr bald ein Verständnis für die Natur.“ Aus dem 1934 geborenen Buben, der im niederösterreichischen Spillern aufwuchs, wurde ein Bierbrauer, der 1962 von seinem Vater die Leitung der Ottakringer Brauerei im 16. Wiener Gemeindebezirk übernahm. Neben seiner Tätigkeit in der Brauereiindustrie engagierte sich Gustav Harmer für den Naturschutz und war von 1985 bis 2002 Präsident des WWF, World Wild Fund for Nature. Als Geschäftsführer der Harmer KG leitete er zudem die heute 250 Hektar große Biolandwirtschaft in Spillern. Der Hof ist nach wie vor Mittelpunkt der Firma und Wohnort seiner Familie. Hier ist er gut verwurzelt.

Die Harmer KG, ein langjähriger Partner von Multikraft, produziert Agrarprodukte in hoher Qualität, die zum Beispiel zur Weiterverarbeitung für Babynahrung verwendet werden. „Ich kann die Wurzeln unseres landwirtschaftlichen Betriebes bis etwa 1800 zurückverfolgen. Von Generation zu Generation ist der Betrieb gewachsen und Joch für Joch hinzuerwirtschaftet worden. 1855 kam eine Spirituosenfabrik dazu. Damit begann die industrielle Tätigkeit meiner Familie“, erzählt Gustav Harmer, der im Laufe seines Lebens die tiefgreifenden Veränderungen am Agrarsektor mitbekommen hat und nach wie vor ein aufmerksamer Beobachter ist.
Agrarkultur von morgen „Für die Zukunft ist es wichtig, den Boden vermehrt in den Blick zu nehmen. Der Boden zählt zu unseren Lebensgrundlagen. In der Lebensmittelproduktion müssen mineralische Dünger und Pestizide reduziert werden. Gefragt sind nachhaltiges Wirtschaften und regionale Produkte. Wozu brauchen wir Weintrauben aus Südafrika? Wir brauchen wieder mehr Bewusstsein für unsere Ressourcen und den Verbrauch“, schildert der rüstige 84-Jährige seine Sicht auf die Agrarkultur.


Biologisch gut wirtschaften
Der Erhalt der Natur und der schonende Umgang mit Ressourcen sind ihm Zeit seines Lebens ein großes Anliegen. Unter anderem bürgte er für den WWF mit seinem Privatvermögen beim Ankauf Ende der 1980er Jahre. Aus dieser Aktion entwickelte sich der Nationalpark Donau-Auen, eine der größten intakten Aulandschaften Mitteleuropas. „Den Bezug zur Natur habe ich einfach in mir und darum wollte ich auch in unserer Landwirtschaft schauen, wie wir biologisch gut wirtschaften können“, so Gustav Harmer. Nach einem mehrjährigen Umstellungsprozess wurde der Hof in Spillern 1998 zur Gänze biozertifiziert.

Bereits im Februar 1990 kam Franz Reidinger als Betriebsleiter ins Spiel. „Ich bin auf einem Bauernhof im Nachbarort aufgewachsen und habe mehrere Jahre Bier ausgeliefert. Eines Tages stand ich mit dem Lkw in Spillern und hörte, dass für die Landwirtschaft der Familie Harmer ein Betriebsleiter gesucht wurde.“ Franz Reidinger, der bereits als Jugendlicher die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter in der Tasche hatte, fragte kurzerhand bei Gustav Harmer an und rasch war die Anstellung als Betriebsleiter beschlossene Sache.

Kompost ohne Geruch
„Wir hatten in den 1990er Jahren begonnen, Biomasse für unseren Biokompost zu verwenden. Das stellte uns sprichwörtlich vor einen Haufen Probleme, denn der Kompost hatte fürchterlich gestunken“, erzählt Gustav Harmer. Junior Johannes Harmer und Betriebsleiter Franz Reidinger hatten schon einiges ausprobiert, um die Geruchsbelästigung einzudämmen. Ohne Erfolg. Bis sie auf Multikraft aufmerksam werden und Ulrike Hader kontaktieren. „Wir haben uns im Juli 2000 für den Einsatz des Multikraft-Systems entschieden und auf der Biokompostieranlage erstmals Effektive Mikroorganismen eingearbeitet. Ich war nach der Ernte für drei Wochen auf Urlaub und als ich zurückkam, staunte ich nicht schlecht. Wir haben seither keinerlei Geruchsprobleme mehr, keine Fäulnis, keine Fliegen“, erzählt Franz Reidinger. Durch den Fermentationsprozess kommt es am Kompost weder zu Fäulnis noch zu Geruchsbelästigung und es können sich keine lästigen Fliegen entwickeln.
Anfänglich war der Einsatz des Systems von Multikraft nur als Versuch gedacht. Nach dieser erfolgreichen Erfahrung wurden EM-Anwendungen zunehmend in die betriebliche Praxis integriert. „Die Harmer KG war der erste Großbetrieb in Österreich, der konsequent mit dem Multikraft-System arbeitet, heuer ist es bereits die 19. Saison“, freut sich Gustav Harmer.


Hoher Humusgehalt
Unter anderem werden gesamtflächig alle Böden regelmäßig mit BB Boden und alle Kulturen – von Speise- und Stärkekartoffeln bis zu Getreide und Mais – mit BB Blatt, BB Multical und MK 5 bearbeitet. Der konsequente Einsatz lohnt sich. Bodenanalysen bringen eine stetige Zunahme an Humus. „Der durchschnittliche Humusgehalt beträgt in unserer Gegend 1,4 bis 1,9 Prozent. Bei unserer Bodenuntersuchung 2016 haben wir einen Humusgehalt von sage und schreibe 4 % festgestellt“, berichtet Franz Reidinger.
„Von Kindheit an bin ich ein Beobachter des Bodens“, erzählt Gustav Harmer sichtlich zufrieden weiter: „Das Multikraft-System ist ein wirklich gutes Hilfsmittel. Es hält den Boden dauerhaft in Ordnung, die Erde ist schön krümelig und hält. Die Pflanzen sind gestärkt. Bei längerer Trockenheit haben wir immer noch sehr gute Erträge – ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für unseren Betrieb und unsere Angestellten. Für die Gesundheit von Böden und Pflanzen kann ich die EM-Anwendung jedem nur empfehlen. In der biologischen Arbeit braucht es anfangs seine Zeit für die Umstellung. Für uns hat sich diese Zeit unbedingt gelohnt.“

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