Zwölf Wege zur perfekten Tomate

07.05.18 Zwölf Wege zur perfekten Tomate

ORF-Biogärtner Karl Ploberger zeigt, wie man die Paradeiserpflanzenbin seinem Garten am besten hegt und pflegt. Aus den OÖ Nachrichten vom 04. Mai 2018

Aus den OÖ Nachrichten vom 04. Mai 2018:

Minitomaten auf der Terrasse, ein Topf mit Paradeisern am Balkon oder gleich ein ganzes Tomatenhaus im Garten. Die Paradiesäpfel sind seit Jahren das begehrteste Gemüse der Österreicher. Der heurige feuchtwarme Sommer lässt das Nachtschattengewächs gewaltig wachsen – allerdings auch mit einigen Problemen. Erfahrungen und Tipps von Karl Ploberger.
 
1 Tomaten tiefer pflanzen: Wenn man keine veredelten Tomaten gekauft hat, dann sollte man die Pflanzen deutlich tiefer setzen. Sie entwickeln dann viele zusätzliche Wurzeln und wachsen kompakt.
 
2 Brennnessel ins Pflanzloch: Neben Kompost und organischem Dünger sollte man auch eine Handvoll frischer Brennnessel ins Pflanzloch geben. Die verrottenden Pflanzen machen viele wichtige Nährstoffe verfügbar.
 
3 Unbedingt unters Dach: Ohne Regenschutz wachsen bei uns keine Tomaten mehr. Ein großzügiges Tomatenhaus, das auch das Nasswerden der Pflanzen von der Seite verhindert, schützt vor Krankheiten und Pilzbefall.
 
4 Ausgeizen gehört dazu: Darüber wird viel diskutiert und ich hab nach mehrjährigen Versuchen nun beschlossen: Es wird wieder ausgegeizt. Das Entfernen der Seitentriebe bringt deutlich bessere Ergebnisse.
 
5 Kartoffeln weit entfernt pflanzen: Das größte Problem in den vergangenen Jahren, weil auch die Erdäpfel so populär geworden sind. Als enger Verwandter der Paradeiser werden durch die Kartoffel (die freilich im Freien ohne Dach wachsen) viele Krankheiten übertragen. Also immer weit entfernt pflanzen – nicht in Hauptwindrichtung!
 
6 Kraut- und Braunfäule sofort bekämpfen: Viele kleine Pflanzen, die man kauft, sind bereits von dieser Krankheit befallen – ohne dass man etwas sieht. Daher gleich von Beginn an mit Milch, Effektiven Mikroorganismen (EM), Schachtelhalmextrakt und Urgesteinsmehl behandeln. Gelbe-braune Blätter und später auch kranke Früchte sofort entfernen.


 
7 Samtflecken durch hohe Luftfeuchtigkeit: Vor allem in den leider meist schlecht zu lüftenden Kleingewächshäusern tritt diese Krankheit auf. Die gelben Flecken an der Oberfläche und die grünbraunen an der Unterseite sind die sichtbaren Zeichen. Pilz überwintert im Glashaus! Daher Wände gut reinigen und Erde mit Mikroorganismen behandeln.
 
8 Mehltau und Grauschimmel: Typische Krankheiten bei hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme – so wie es diesen Sommer häufig ist. Daher immer nur von unten gießen (wie bei allen Pilzerkrankungen) und für Umluft sorgen. Stehende Luft ist der größte "Pilz-Produzent". Sofort mit Backpulver (Natron) spritzen: 1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser.
 
9 Eingerollte Blätter bei zu viel Dünger: Werden die Tomaten mit vielen Nährstoffen versorgt und gleichzeitig viele Seitentriebe und auch die untersten Blätter entfernt, dann rollen sie die meist dunkelgrünen Blätter ein. Keine Krankheit, sondern ein Überangebot an Nährstoffen, das keine Auswirkungen auf den Ertrag hat.
 
10 Weiße Fliegen als Invasion: Wer nicht gleich zu Beginn biologische Mittel (wie zum Beispiel Neem) einsetzt, hat kaum eine Chance. In Gewächshäusern mit Schlupfwespen und Gelbtafeln bekämpfen.
 
11 Braune Flecken an den Früchten: Einerseits kann das die Kraut- und Braunfäule sein (siehe oben) oder es ist die sogenannte Blütenendfäule. Da ist der braune Fleck direkt gegenüber dem Stängel. Keine Krankheit, sondern eine Zeichen von Stress: zu heiß, zu kalt, zu viel oder zu wenig Wasser. Im Gegensatz zur Braunfäule kann man diese Früchte essen.
 
12 Aufgeplatzte Früchte: Auch hier handelt es sich um keine Krankheit, sondern um zu große Unterschiede bei der Wasserversorgung. Also gleichmäßig, aber nicht übertrieben gießen.

Gartenkalender
Wir garteln im Takt der Natur, und dieser Takt ist durch die fast sommerlichen Temperaturen extrem beschleunigt worden. Noch blühen Apfelbäume und Flieder und wir sind damit im Vollfrühling. Sicherlich die schönste Jahreszeit, denn nun ist alles im Wachstum. Daher heißt es nun:
Düngen: Kübelpflanzen, die nun wieder alle im Freien stehen, Rhododendren, aber auch Rasenflächen
Pflegen: Zwiebelblumen einziehen lassen, erst dann die vertrockneten Blätter entfernen. Nur so werden sie auch für die Blüte im nächsten Jahr ausreichend Kraft zur Verfügung haben. Alle Beete mulchen! Ohrwurmhäuschen gegen Blattläuse in Obstbäumen aufhängen.


Schneiden: Frühjahrsblühende Gehölze (wie Forsythie, Mandelbäumchen Palmkätzchen) jetzt schneiden. Dürre Astspitzen bei Marillen (Moniliabefall) abschneiden und vernichten.
Pflanzen: Gurken, Kürbis, Zucchini im Topf vorziehen – sie kommen erst nach den Eisheiligen in den Garten oder ins Frühbeet, Gewächshaus oder auf den Komposthaufen.

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