Weitsicht im Gartenjahr

13.11.17 Weitsicht im Gartenjahr

Liebevoll verarbeitete Gartenschätze und Vorratshaltung wie zu Großmutters Zeiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Altbewährte Gemüse- und Fruchtsorten sind wieder gefragt.

Das Gartenjahr mit Weitsicht planen

Es war bis vor kurzem geradezu chic, alle Früchte und Gemüse  zu jeder Jahreszeit kaufen zu können, egal wie hoch der Preis sei oder aus welchen Erdteilen geliefert wurde. Der globale Handel macht es möglich. Gourmetköche hatten es zum Trend erhoben. Jetzt scheint sich diese Modeerscheinung wieder ins Gegenteil zu wenden. Neu und modern ist, was saisonal und heimisch klingt.

In den tropischen Ländern wächst zu allen Jahreszeiten immer etwas für den Gaumen und den Magen, von der erntenden Hand in den Mund. Da ist Vorratshaltung fast ein Fremdwort und seit einigen Jahrzehnten auch bei uns. Mitten im Winter sind frische Erdbeeren und Spargel im Angebot, ebenso sind im Mai neue Äpfel und Pfirsiche zu haben, im Sommer Blaukraut und Chicorée. Zu Grossmutters Zeiten war das noch anders. Da kamen die herbstlichen Gartenschätze sauber vorbereitet in den Keller oder in die Erdmiete oder wurden liebevoll zu Dauerkonserven verarbeitet. Voller Stolz servierte die Frau des Hauses im tiefsten Winter die eingekellerten Gartengaben, zu herzhaften Speisen aufbereitet. Es war eine Garantie, um über die kalte Jahreszeiten hinweg zu kommen, besonders in unseren Breitengraden über alle Zivilisationsepochen hinweg eine Lebensversicherung (bis Mitte des letzten Jahrhunderts). Wie wurde doch der Frühling mit den ersten frischen Blattsalaten, die Spargel- und dann die Beerensaison herbeigesehnt!

Vorrat im Winter ist „in“

Bei Gartenliebhabern hat sich neuerdings etwas ganz entscheidendes geändert. Die überdimensionalen Transportwege und Monate langen Kühlhauslagerungen mit den damit verbundenen Verlusten an Lebens- und Pflanzeninhaltsstoffen sind verpönt. Gartenfrische ist gefragt. Der verlorengegangene Aspekt einer sinnvollen Vorratshaltung ist wieder ein Thema. Vorreiter sind abermals die Gourmetköche, die besondere Gaumenfreuden aus Omas Garten und Küche aus den Archiven holen und publik machen. Man besinnt sich wieder der guten Dinge der „guten alten Zeit“. Denn Samen aus gentechnologisch gezüchteten Pflanzen und Hybridzüchtungen sind für  Nachfolgegeneration untauglich. Alte Frucht- und Gemüsesorten fehlen bereits im üblichen Sortiment und geraten in Vergessenheit. Dass diese industriell lancierten Methoden sehr kurzsichtig sind, wird immer mehr erkannt. Nun erleben altbewährte Gemüse und Fruchtsorten eine Renaissance. Sie eignen sich vor allem für die eigene Samengewinnung und versprechen spannende Abwechslung im Speiseplan. So haben sich viele Liebhaber diese Raritäten zurückerobert, entweder aus Protest oder aus Freude am Tun.

„Wer Weitblick hat, weiss die Dinge zu lenken“

Dieser Zwischentitel ist ein Zitat des Franziskaners Peter Amendt. Die Gartenpraxis ohne Chemie und im Einklang mit den Naturkreisläufen macht auf lange Sicht absolut Sinn und motiviert, einer entleerter Erde mit geringer Bodenbearbeitung und humusaufbauenden Methoden Gutes zu tun. Effektive Mikroorganismen und  Pflanzenkohle machen die Arbeit im Biologischen Anbau sicherer. EM sorgen für widerstandsfähige und stabile Pflanzen und verbessern die Lagerfähigkeit. Viele Gemüse verbleiben im Boden und trotzen auf dem Beet durch die wärmende Arbeit der EMs sogar frostigen Temperaturen. So wird auch im Winter direkt vom Garten auf den Tisch geerntet. Alle Leben aufbauende Pflanzenstoffe bleiben erhalten. Konservierungsmethoden  wie schonende Trocknung unter 40° Celsius oder mit EM milchsauer eingelegte Früchte und Gemüse werten das Repertoire auf. Der persönliche Nutzen dieses Umdenkprozesses liegt im Resultat: Durch den Verzehr der eigenen Ernte erfahren wir am eigenen Leib, dass wir vitaler werden und uns gesünder fühlen.

Zur fortlaufenden Ernte gehört die Planung: Abgerntete Beetreihen sollten nach der Frühlings- und Sommerernte wieder mit Nachkulturen bestückt werden, damit auch die Erdkrume  immer mit pflanzlichem  Grün bedeckt ist. In der Kulturführung mit EM erübrigt sich die komplizierte Fruchtfolge, weil die Effektiven Mikroorganismen im Boden wurzelfeindliche Ausscheidungen aus vorgängigen Kulturen in die Leben aufbauende Dominanz überführen. Sie bereiten den Nähstoffnachschub aus organischem Dünger rasch pflanzenverfügbar auf (Bokashi plus Pflanzenkohle, Pflanzenjauchen) und sorgen für anhaltende Fruchtbarkeit. Wie leicht ist es doch, auch im kleinen Umfeld eines Gartens für ein genesendes Erdreich zu sorgen. Das bedeutet Weitsicht selbst in unserer nächsten Nähe.

 

Praxistipp:
Mit Effektiven Mikroorganismen milchsauer eingelegte Früchte und Gemüse erweitern das Repertoire an Konservierungsmethoden.

 

Die Erntezeit läuft auf Hochtouren. Die Vorfreude auf  sonnengereifte Früchte und Gemüse für den winterlichen Genuss ist gross. Susanne erinnert viele Kurteilnehmer an Grossmutters Vorratshaltung und überzeugt mit einleuchtenden Argumenten.

Geerntete Kürbis bilden ihren typischen Geschmack noch weiter aus, wenn sie an einem kühlen Ort auf der aussen liegenden Kellertreppe oder unter dem Vordach eines Speichers  bis zum Frost zwischengelagert werden.

Zwiebeln zu Zöpfen binden: Wenn sich das Zwiebelrohr von allein abgelegt hat und dürr wird, hat der Saftstrom zwischen Wurzel und Blattgrün aufgehört. Die Zwiebeln sind reif für die Ernte. Dekorativ zu Kränzen, Girlanden oder Zöpfen gestaltet, finden sie am schattigen und luftigen Platz unter dem Dach den idealen Lagerplatz.

Tomatennachreife: Vor den ersten Frösten ausgepflanzte Tomatenpflanzen ausreissen und am geschützten Ort oder im Gewächshaus aufstellen oder locker ablegen. Wichtig ist, dass das Blattgrün erhalten bleibt, weil das den typischen Tomatengeschmack an die Früchte weitergibt.

Geschenke aus der Natur-kost-bar sind immer willkommen:

Susanne erarbeitet an den länger werdenden Abenden  vorausschauend kleine Mitbringsel für ihre grosse Familie und Freunde. Für Kräutersalz werden die gesammelten und getrockneten Gewürzpflanzen fein im Mörser zerrieben und mit Stein- oder Kristallsalz vermischt. Tee aus Heilpflanzen kommen zusammen mit farbenfrohen Blütenblättern von Ringelblumen, Stockrosen und Kornblumen ins Glas. Getrocknete Tomaten, mit Basilikum und Salbei in Olivenöl eingelegt, sind eine Delikatesse.

Kohlsprossen begutachten: Wenn die Röschen noch dicker werden sollen, die Triebspitze einkürzen, um weiteres Längenwachstum zu stoppen. Damit wird  die ganze Lebenskraft in die Sprossen gelenkt. Wenn die Kohlbällchen am Stängel aber schon gross sind, bleibt die Triebspitze mit ihrem Blätterschopf als Schattenspender erhalten.

Herbstgemüse im Winter  frisch vom Beet auf den Tisch zu bringen, ist bei einer EM-Bewirtschaftung möglich geworden und auch für Susanne immer noch etwas besonderes.

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