Der Garten hält uns auf Trab

24.07.19 Der Garten hält uns auf Trab

Dynamik, wie es die Natur vorsieht, stellt sich ein, wenn im Gartengeschehen Effektive Mikroorganismen unterstützend die Führung übernehmen. Was ist hier am Wirken? Ein stetiger Energiefluss dieser Mikrobenmixtur durchströmt das Gelände. Wir können ihn beobachtend und fühlbar aufnehmen und er tut uns wie der ganzen Umgebung gut. - von Susanne Schütz und Anne Lorch

In der Natur gibt es fortwährende Übergänge und jede Veränderung bewirkt eine weitere. Das ist der Fluss des Lebens mit ständigem Wechsel: Samen keimen, Blüten setzen Früchte an. Sie reifen, um wieder als Samen in der Erde zu keimen. Diese Kreisläufe mit unzähligen Vernetzungen unterstützen sich gegenseitig und halten alles in Gang: Bodenkleinlebewesen managen die organische Stoffumwandlung, Sonne und Regen sorgen für Wachstum und Reife. Bienen agieren als Bestäuber. Alles ist Teil einer großen Triebkraft im Orchester Natur. Unsere Aufgabe ist es, im von uns angelegten Garten so nah wie möglich auf die Mechanismen der Natur einzugehen und so wenig wie möglich zu stören oder zu unterbrechen. Es ist eine Herausforderung auf mehreren Ebenen. Das erfordert viel Einfühlungsvermögen und letztendlich auch Erfahrung. Effektive Mikroorganismen sind dabei bewährte Helfer.


Dynamik, die uns mitträgt
Die arbeitsfüllenden Tage im Frühling und die Freude am frischen Grünen und Blühen liegen hinter uns. Aber es geht weiter. Gerade jetzt ist Hochzeit im Garten. Alles wächst auf seinen pflanzlichen Höhepunkt – die Fruchtreife – in atemberaubendem Tempo zu. Erdbeeren warten aufs Pflücken, Spargelpfeile schießen mit ungeheurem Eifer aus dem Boden, Johanniskraut sollte verarbeitet werden, wenn die Blüten sich öffnen. Aussaaten für Lagergemüse stehen auf dem Plan. Das Beikraut wuchert. Jetzt sind wir gefragt, mit dieser kraftvollen Triebfeder mitzuhalten. Man möchte mit der Sonne aufstehen und allen Arbeiten nachgehen, bis der Sonnenuntergang oder ein tüchtiger Regenguss eine Pause einfordert.
So jedenfalls fühlt es sich an, wenn uns der Wachstumswille der Gartenzöglinge mitreißt und die Tage nur so dahinfliegen, weil man an allen Ecken unseres kleinen Paradieses zugleich sein sollte. Es wächst eine Verbindung zwischen uns und dem Beete füllenden Grün und hilft, Kümmernisse zu vergessen. Das ist Erdung, die uns gesund müde macht und zufrieden schlafen lässt.


Tatkraft muss her
Was aber ist, wenn Wärme liebendes Gemüse nach einer kalten Nacht so geschockt ist, dass es wochenlang ohne Zuwachs verharrt, wenn Läuse im Salat sitzen und ihr Honigtau z. B. den Sternrußtau an Rosen fördert? Von Ruhe ist keine Rede mehr. Da muss Hilfe her, aber sofort. Eine eigene Dynamik setzt ein. Mit Elan werden Ratgeber gewälzt oder der Einsatz von EM-Spritzungen forciert. Die Erfahrung, dass Effektive Mikroorganismen ein Ungleichgewicht wieder austarieren und Schädiger keinen Anreiz für Angriffe auf unsere Pflanzenlieblinge mehr vorfinden, beruhigt. Mit etwas Geduld werden sie aufmerksam umsorgt. Zu sehen, wie sie sich wieder aufrappeln, lässt alle Schrecken vergessen. Im Hochsommer, wenn erste Gemüseernten die Beete ausgelichtet haben, füllen die Jungpflanzen von Lagergemüse frei gewordene Reihen für den Wintervorrat. Eine Nachdüngung mit Bokashi, EM-Brennnesselextrakt oder mit einem organischen Dünger gibt neuen Schub. Obwohl die Betreuung der Anlage sich jetzt weniger intensiv gestaltet, ist ein wachsames Auge auf unsere Selbstversorgungslieferanten weiterhin wichtig. Wassergüsse, wenn es heiß und trocken ist, können nicht auf die nächste Woche verschoben werden. Ach ja: In anhaltenden Regenzeiten vorsorglich Schachtelhalmtee ansetzen oder EM-Schachtelhalmextrakt anwenden, um Pilzbefall zu verhindern. So geht es immer weiter. Und was ist der schönste Lohn – außer einer üppigen Ernte? Wenn wir erleben, dass Blumen und Gemüse sich in unserer Obhut wohlfühlen.

01 – Da lacht das Herz des Gärtners
In der Mischkultur unterstützt ein jedes Gemüse seine Nachbarreihen. Hinter den strammen Zwiebelröhren leuchten rote Mangoldstiele durch. Dieses Blatt- und Stielgemüse enthält außer vielen anderen Gesundstoffen auch ordentliche Mengen an Glukose. Es belebt das Gehirn und die Nervenzellen.

02 – Susanne schneidet den Liebstöckel Ende Juni vor Blütenbildung
herunter. Der Stock treibt willig wieder durch. Die neuen Blätter schmecken feiner und sind in der Blattstruktur weniger hart. Das Maggikraut rundet Eintopfgerichte wohlschmeckend ab. In der Heilkunde erwähnt H. v. Bingen und viele andere alte Heilkundler das „Nusskraut“ bei Halsschmerzen. Es ist verdauungsfördernd und wärmt den Magen.

03 – Junge Karotten anhäufeln,
um „grüne Kragen“ zu vermeiden (schmecken bitter) und die Eiablage der Möhrenfliege zu verhindern. Das beliebte Gemüse enthält viel Betacarotin. Erst nach dem Kochvorgang wird es zu Vitamin A umgewandelt und kann vom Darm genutzt werden wenn man den gegarten Karotten Vitamin-E-reiche Keimöle oder Nüsse zugibt. Karotten enthalten außerdem eine Menge Selen, ein wichtiges Spurenelement für das Immunsystem.

04 – Johannisbeeren schmecken sauer,
dafür enthalten sie so viel Vitamin C, dass bereits 30 bis 40 Beeren unseren Tagesbedarf decken. In dieser Beerenzeit können wir unseren Zellstoffwechsel aktiv auf die Beine bringen. Das Vitamin C beruhigt u. a. die Nerven und unterstützt die Herzfunktion und Muskeln.

05 – Die hübschen Borretschblüten sind wahre Hingucker
und schmücken jedes Gericht. Die jungen Blätter des „Gurkenkrauts“ werden roh in Salaten genossen und schmecken erfrischend ähnlich wie Gurken. In der Kosmetik wird das kostbare Öl aus dem Samen für die Körperpflege genutzt und lindert viele Hautprobleme. Bei Frauenleiden im Unterleib hilft Borretschöl, in Kapseln gefüllt.

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